Online-MegazineInterview

SABATON

Wasserbetten im Cabrio

Sabaton haben sich in der Kunst des Krieges fit gemacht und gehen diesen Monat mit ihrem neuen Album an den Start. Wenn die sechs sympathischen Schweden in die Schlacht ziehen, dann bleiben auch schon einmal Tourbusse auf der Strecke. Bassist Pär Sundström stand uns im Gespräch Rede und Antwort.

Das Kriegsbeil wurde wieder ausgegraben, eure neue Scheibe "The Art of War" ist für den Release bereit. Erstmal meinen Glückwunsch, ich habe sie mir bereits ein paar Mal angehört und ich muss sagen, dass es sich bisher um eure beste Arbeit handelt. Gab es irgendwelche Probleme während der Aufnahmen? Explodierte Amps vielleicht?

Pär: Ich freue mich, dass dir unser neues Album gefällt. Auch wenn es während des Aufnahmeprozesses Stress gab, so kann ich dir leider nicht von explodierten Amps oder so berichten. Wir haben aber durch einen Festplattencrash einige Tracks verloren. Und eins von den Multi-Effects hat sich komplett verabschiedet. Aber davon abgesehen waren es sehr erfolgreiche Aufnahmen. Wir hatten alle Zeit, die wir brauchten, um alles so gut zu machen, wie wir es wollten - und das ist immer gut. Das Mixing war wirklich sehr angenehm und zudem sehr kurz, weil Peter mit kurzen Durchläufen gearbeitet und einen großartigen Job gemacht hat.

Neben Tommy, der bereits eure letzten Scheiben produziert und dabei einen sehr guten Job gemacht hat, ist dieses Mal auch Peter mit am Start. Habt ihr euch im Vorfeld zur Produktion überlegt, vielleicht mal mit komplett anderen Leuten zusammenzuarbeiten?

Pär: Wir haben ja mit neuen Produzenten gearbeitet! Vorher hatten wir ja nur Tommy, dieses Mal kam Peter dazu und hat auch noch den Mix übernommen. Das Ergebnis ist eine perfekte Sound- und Songqualität. Klar, wir haben auch schonmal drüber nachgedacht, mit anderen Leuten zu arbeiten. Aber das ist eine sehr harte Entscheidung, weil wir ja vorher nicht wissen, was wir kriegen, wenn wir das tun. Es kann sich positiv, aber auch sehr negativ auswirken. Was die Zukunft so bringt, wissen wir noch nicht.

Eine andere Konstante in der Geschichte von Sabaton ist euer Line-up. Ihr spielt in dieser Besetzung jetzt bereits seit 1999, was nicht grade selbstverständlich für eine (Metal-)Band ist. Wie schafft ihr es auf Tour, euch gegenseitig vom Ausflippen abzuhalten? Ihr wart im letzten Jahr sehr viel unterwegs, und ich könnte mir vorstellen, dass es nicht immer einfach ist, mit denselben Jungs Tag und Nacht rumzuhängen.

Pär: Na klar, das ist schon hart - aber gleichzeitig auch großartig. Die meisten Bands verlieren ja auf die eine oder andere Weise Mitglieder oder tauschen sie aus, aber wir sind glücklich. Es stimmt nicht zu hundert Prozent, dass wir seit 1999 zu sechst spielen. Zu der Zeit hatten wir nämlich noch keinen Keyboarder. Wir trafen Daniel erst 2005, und seit den ersten Proben ist er ein festes Mitglied der Band. Wir kennen uns besser als irgend jemand sonst, also wissen wir schon, welche Knöpfe wir beim jeweils anderen grade drücken dürfen, und wo die Grenze ist. Und weil wir uns immer gegenseitig helfen, war es möglich, unsere Freundschaft über all die Jahre zu erhalten.

Wo wir grade vom Touren sprechen - was war das Bescheuertste, das du auf Tour erlebt hast? Gab es irgendwelche total durchgeknallten Parties, irgendwas, was du später mal deinen Enkeln erzählen würdest?

Pär: Na klar, solche Geschichten haben wir erlebt. Zum Beispiel hatten wir auf einer Tour diesen total fehlplatzierten Busfahrer. Dieser Typ hat vorher in einer ländlichen Gegend Schwedens den Schulbus gefahren und sich dann überlegt, dass er bestimmt auch zwei Metalbands in einem Doppeldecker quer durch Europa kutschieren kann. Das Resultat waren zwei Totalausfälle als Folge leerer Tanks. Zusätzlich waren die Batterien komplett entladen, so dass wir auf einer Autobahn in Dänemark mehrere Stunden mit dem Versuch verbrachten, den Bus wieder ans Laufen zu kriegen. Zu guter Letzt "übersah" der Fahrer dann auch noch ein Schild, das Auskunft über die Höhe einer Unterführung gab - und riss das Dach vom Bus. Da es zu diesem Zeitpunkt wie aus Kübeln schüttete, haben wir auf dem Rückweg quasi in Wasserbetten geschlafen.

Eine andere und wirklich bizarre Geschichte ereignete sich bei einer unserer Shows in Glasgow. Dort wurde ein Mann außerhalb der Halle in der Warteschlange ermordet. Wir haben überhaupt nicht verstanden, warum überall die Polizei herumlief - bis uns nach der Show mitgeteilt wurde, was passiert war.

Euer neues Album ist nach dem berühmten Buch von Sun Tzu, "The Art of War", benannt. Und wieder einmal dreht sich bei euch alles um den Krieg. Was genau habt ihr eigentlich vor, wenn ihr jede Bombe abgeworfen, jeden Kreuzritter erschlagen, jede Schlacht geschlagen habt - rein lyrisch gesprochen, versteht sich?

Pär: Hm, unglücklicherweise liegt es in der menschlichen Natur, sich gegenseitig umzubringen, also werden die Kriege wohl weitergehen. Aber vielleicht denken wir auch mal darüber nach, in andere Gebiete vorzudringen. Momentan haben wir noch keine Idee, wohin es mit Sabaton in der Zukunft gehen wird. Nur eine Sache ist klar: Wir werden kein Fantasy-Album machen. Das können andere Leute besser als wir.

Eine Sache vermisse ich an "The Art of War": Einen Song wie 'Metal Crüe' oder 'Metal Machine'. In einigen älteren Interviews habt ihr von einem Song gesprochen, dessen Text komplett aus Albentiteln bekannter Bands zusammengesetzt ist. Wo ist dieser Song abgeblieben?

Pär: Wir hatten auch für dieses Album einen "verrückten" Song geplant, aber er passte einfach nicht ins Konzept, und daher haben wir ihn weg gelassen. Vielleicht wird er in Zukunft auf die eine oder andere Weise verfügbar werden.

Dann lass uns mal über eure Pläne für die zweite Jahreshälfte von 2008 sprechen. Ihr werdet auf einigen Sommerfestivals spielen, unter anderem auch auf dem Wacken Open Air. Die Frage, ob ihr euch freut, neben Maiden zu spielen, verkneife ich mir jetzt mal. Was kommt danach? Amerika? Australien? Afrika?

Pär: Iron Maiden sind schon seit meiner Jugend einer meiner absoluten Favouriten. Und seit ich das erste Mal vom Wacken Open Air gehört habe, wollte ich schon immer dort spielen.

2009 werden wir uns definitiv nach neuen Kontinenten umsehen. 2008 ist ja schon nahezu ausgebucht, also müssen wir so weit in die Zukunft denken. Ich denke, dass die USA wohl das nächste Schlachtfeld sind, das wir in unsere Eroberungspläne mit einbeziehen. Und wir haben auch Pläne für Australien. Asien und Südamerika, wo andere Bands sehr erfolgreich sind, stehen bisher noch nicht in unserem Programm. Ich hoffe, dass wir eines Tages auch dorthin kommen werden, aber momentan werden wir dort noch sehr schlecht vertrieben und sind noch nicht sehr berühmt.

Eine letzte Frage habe ich noch: So weit ich informiert bin, bezeichnet "Sabaton" einen Teil einer Ritterrüstung, genauer gesagt ein Rüstungsteil, das den Fuß schützt. Was zum Geier hat euch geritten, das als Namen für eure Band zu wählen?

Pär: Das ist natürlich passiert, bevor wir Songs über Panzer und Kriege geschrieben haben, und noch vorhatten, uns mit Fantasy-Krams zu beschäftigen. Wir hatten uns einige Namen überlegt und Sabaton klang einfach cool. Außerdem sah das Logo großartig aus. Ich bin echt glücklich, dass wir diesen Namen gewählt haben, auch wenn wir heutzutage nichts mehr mit Ritterrüstungen am Hut haben.

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