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HELLOWEEN, JUDAS PRIEST

One for the road ... to Budapest

Jetzt, wo die Open Air Saison sich dem Ende neigt, ist der perfekte Zeitpunkt gekommen auf die Festival-Highlights des Jahres zurück zu blicken - und in diesem Fall eine Reiseempfehlung für den kommenden Sommer auszusprechen.

Bereits seit vielen Jahren bereisen Rock Hard-Mitarbeiter das Sziget Festival auf der Obudai-Donauinsel im Herzen Budapests. Warum sich ein Festival, das sich nicht im Wesentlichen auf Rock und Metal spezialisiert hat, solch einen Ruf bei uns erobert hat mag auf den ersten Blick nicht ersichtlich zu sein, aber Gründe gibt es dafür mehr als genug.

Zum einen bietet kaum ein Festival auf der Welt solch eine Programmvielfalt. Dieses Jahr sind an 7 Tagen rund 1.000 Künstler aus 43 verschiedenen Ländern auf 59 Bühnen aufgetreten. Das Spektrum reicht von internationalen Superstars wie Prince, über Electroacts wie The Chemical Brothers und The Prodigy, Weltmusikstars wie Goran Bregovic und Oi Va Voi, Kommerzbands wie LaRoux, Kasabian, Dizee Rascal, Manic Street Preachers oder 30 Seconds to Mars, Rock, Punk und Emo Bands wie Rise Against, Flogging Molly, Gogol Bordello, Skunk Anansie, Suicidal Tendencies oder Good Charlotte, bis hin zu Programm auf Blues Bühnen, einem Roma/Gypsie-Zelt, einer Reggae-Bühne und zahlreichen Zelten, die sich ausschließlich DJs und elektronischer Livemusik verschrieben haben. Neben diesen (mehr oder weniger) klassischen Konzert- und Partybühnen gibt es noch Areale in denen Straßenkunst, Zirkusattraktionen, Kleinkunst, Tanz und ein gigantisches Performancetheater zu finden sind.

Wer in der Vergangenheit schon einmal zu Gast auf dem Sziget war, wird dieses Jahr einige positive Veränderungen festgestellt haben. Zum einen gibt es eine neue Tonanlage an der Hauptbühne, die den besten Sound gemacht hat, den ich jemals auf einem Open Air gehört habe. Eine der neuen Bühnen des Festivals ist die Europe Stage, auf der ausschließlich Bands aufgetreten sind, die in ihren eigenen Ländern keine Unbekannten sind, aber über Landsgrenzen hinaus nahezu völlig unbekannt sind. Dort konnten Mutige sich unsere SÖHNE MANNHEIMS anhören oder sich von den sensationellen belgischen 70er-Rockern TRIGGERFINGER plätten lassen.

Eine weitere Veränderung, die uns ganz besonders interessiert hat, ist die neue Metalarea. Viele Jahre gab es mit der Hammerworld eine eigene Metalecke auf der Insel. Vor einigen Jahren ist das Metalzelt dann in den Hauptbereich des Festivals gezogen, hat aber weiterhin unter einer zelttypisch schlechten Akustik gelitten. Dieses Jahr nun endlich hat man sich entschlossen, zum ersten Mal eine Metal-Openair-Bühne zu bauen – und was für eine! Von der Bühnenfläche her nicht wesentlich kleiner als die Hauptbühne, liegt die neue Metalbühne in einer kleinen Talsenke, so dass man an der Seite erhöht auf die Bühne blicken kann. Die Boxen der Metalbühne sind so laut, dass es fast wehtut, im gleichen Atemzug aber mit einem großartigen Sound ausgestattet, so dass es eine Freude war dort das Programm zu verfolgen. Und auch beim Programm haben die Sziget-Macher nicht gespart: neben JUDAS PRIEST, die einen Zwischenstopp ihrer Live-Abschiedstour einlegen, stehen Bands wie MOTÖRHEAD, WITHIN TEMPTATION, HELLOWEEN, DEFTONES, THE HAUNTED, THE SORROW, SONATA ARCTICA und LOSTPROPHETS auf der Karte.

Ein weitere Grund um das Sziget schätzen zu lernen ist die gesamte Atmosphäre: oft liebvoll dekorierte Wege führen durch Waldstücke von Bühne zu Bühne. So gut wie nirgends hört man, wenn man vor einer Bühne steht, den Sound einer anderen Bühne. Obwohl auf dem Sziget Ungarn, Holländer, Franzosen, Italiener, Engländer und Deutsche; Metalfans, Electrorocker, Hippies und Partypeople aufeinander treffen, haben wir dort in den ganzen Jahren noch nicht eine Auseinandersetzung, geschweige denn Schlägerei, beobachten können. Insgesamt wird das Festival von Jahr zu Jahr immer internationaler. Von den 385.000 Besuchern, die dieses Jahr das Sziget besucht haben, sind mittlerweile nur noch 25% der Besucher Ungarn. Dieses Jahr waren die Holländer besonders auffällig, die mit diversen Party-Sonderzügen angereist sind und Holländisch zur meistgehörten Sprache auf dem Festival gemacht haben.

Für das Sziget spricht außerdem klar der finanzielle Aspekt: für 170 Euro kann bekommt man ein Festivalticket, mit dem man die komplette Festivalzeit auf der Insel zelten kann und selbstverständlich Zutritt zu 7 Tagen Festivalprogramm hat. Ein halber Liter frisch gezapftes Bier kostet immer noch unter 2 Euro und warmes Essen gibt es mehr als reichlich, vielfältig und günstig. Die Anreise ist mit genügend Vorlauf kostengünstig zu organisieren (Flüge gab es dieses Jahr mit der Lufthansa ab 84 Euro), so dass man unter dem Strich nicht unbedingt mehr ausgeben muss, als für ein Wochenende beim Rock am Ring.

Ein besonderes Bonbon hat das Sziget dieses Jahr mit dem Citypass angeboten. Für 23 Euro konnte man ein Bändchen erwerben, mit dem man 13 Tage lang sämtliche öffentlichen Verkehrmittel, zusätzliche Shuttlebusse, sowie Fähren zur Festival-Insel und zu Badestränden kostenlos nutzen konnte. Zusätzlich ist man kostenlos in sämtliche der berühmten Bäder und Thermen Budapests, als auch in alle Schwimmbäder und auf alle Strände gelangt. Darüber hinaus gab es mit dem Citypass noch zahlreiche Ermäßigungen in Museen, Zoos, Vergnügungsparks und Rabatt beim Taxifahren, so dass Sightseeing doppelt Spaß gemacht hat.

Eines steht für uns auf jeden Fall schon jetzt wieder fest: wir freuen uns auf das Sziget 2012, das zum 20. Jubiläum sicherlich ein paar Granaten auffahren wird!

Pix: Thorsten Vogel

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