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NASHVILLE PUSSY, THE COLTS

Köln, Underground

Nashville Pussy

Es ist eine Binsenweisheit, dass eine heiße Rockshow die kältesten Temperaturen vergessen lässt. Im Falle des wirklich enorm heißen Auftritts von NASHVILLE PUSSY im Kölner Underground trifft sie sogar voll und ganz zu. Junge, was hat der Vierer für ein Energiepotenzial!

The ColtsVor dem Rock’n’Roll-Urknall gab es mit der jungen Band THE COLTS aus dem Sauerland noch eine Dreiviertelstunde Opener zu begutachten. Gegen 20 Uhr betritt der Fünfer aus Olpe die Bühne und zeigt mit Songs wie 'Magic Woman', dem coolen 'The Devil Is Cheap' oder 'Bomber Man', dass man den Rock’n’Roll nach Kilmister wohl durchaus mit der Muttermilch und dem Frühstücksmüsli aufsaugen kann. Zwar ist noch nicht alles perfekt, doch der Enthusiasmus und die ungestüme Power machen durchaus Spaß und sorgen dafür, dass man THE COLTS durchaus weiterhin im Auge behalten wird. Die können was, die Jungs!

Doch der eigentliche Chef im Ring ist natürlich NASHVILLE PUSSY im Allgemeinen und deren Arschtritt-Gitarristin Ruyter Suys im Besonderen. Ganz und gar enorm, was dieses kleine Persönchen mit der goldgelockten Mähne da auf der Bühne mit ihrer Gibson SG so anstellt. Eindrucksvoll, wie sie permanent am Bangen ist, die größten Rockstar-Posen so souverän beherrscht, als wäre sie in den Stadien der Welt zu Hause und Slash ihr bester Kumpel. Alleine diese Frau und ihre Gitarre wären das Eintrittsgeld schon wert gewesen. Doch dazu kommt noch ihr Ehemann, Blaine Cartwright, der es sich nicht nehmen lässt, Songs wie 'Go To Hell' oder 'I’m So High' derart schnoddrig-knarzend herauszubrüllen, dass man ihm konsequenterweise das Wort „cool“ neben dem Walrossbart tätowieren müsste. Auch Bassmonster Karen Cuda weiß durch einen enormen Bewegungsdrang und solider Arbeit an ihrem Instrument zu überzeugen. Ruhepol dieser Band ist dabei erstaunlicherweise der Schlagzeuger – Jeremy Thomson trommelt unspektakulär, aber kräftig und schweißt die Songs zusammen mit Cuda ordentlich zusammen.

Nashville PussyDer Auftritt des Südstaaten-Quartetts gefällt den gut 250 Anwesenden ausnehmend gut, der Applaus ist lange und laut, vor der Bühne wird ordentlich gebangt und geschwitzt und Songs wie der 'Milk Cow Blues', 'Keep On Fuckin' oder 'Go Motherfucker Go' entsprechend laut bejubelt. Schade nur, dass man auf den Klassiker vom 2000er-Erfolgsalbum „High As Hell“, den 'Blowjob From A Rattlesnake' verzichtet. 

Bleibt als Fazit für diesen rundum gelungenen Abend eigentlich nur die eingangs erwähnte Binsenweisheit noch einmal zu bemühen: denn mit dieser hochenergetischen Show hätte der Vierer aus Georgia selbst Schnee und Eis zum Schmelzen gebracht – wenn es das in der Kölner Bucht denn in diesem „Winter“ einmal gegeben hätte.

 

Pics: Wolfgang Weitzdörfer

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