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MOB RULES, THE CLAYMORE, DISTANCE CALL, SICK 'N' TIRED

Bochum, Matrix

MOB RULES

Auf ihrer „Cannibal Nation“-Tour machen die Nordlichter MOB RULES am 27. April Station im Ruhrgebiet – und hätten mit ihrem Timing unglücklicher kaum liegen können, denn nur unweit entfernt lockt in Dortmund das Festival Rock In den Ruinen. Die Truppe aus Oldenburg und ihre Support-Acts halten mit reichlich Spielfreude in der Bochumer Matrix dagegen.

DISTANCE CALLDen Anfang machen die Kölner Newcomer SICK 'N' TIRED mit 35 Minuten tightem Hardrock. Die Neugier der zunächst nur spärlich eintrudelnden Konzertgäste ist schnell geweckt, so dass die Band sich gegen Mitte ihres Sets nicht nur etliche Leute vor die Bühne holt, sondern mit Sicherheit auch einige neue Fans erspielt. Mal klassisch, mal bluesig, mal mit leichtem Grunge-Einschlag rockt sich das Quartett durch das Set. Einzig ein wenig mehr Stageacting hätte den Gig der Jungs (Frontmann Patrick mal ausgenommen) noch besser abgerundet.

Nach angenehmen zehn Minuten Umbaupause geht es mit einer weiteren Ladung Hardrock weiter. Als die Ruhrpott-Truppe DISTANCE CALL die Bühne entert, füllen sich die Reihen vor selbiger auffallend. Nicht ganz unschuldig daran ist vermutlich Frontfrau Korry, die nicht nur etwas für die Ohren, sondern (besonders den männlichen Konzertbesuchern) auch so Einiges für die Augen bietet, als sie wie ein kleiner Killertornado über die Bühne fegt. Dass aus so einer zierlichen Lady eine derart hammerharte Rockröhre herauskommen kann, dürfte nicht wenige überraschen. Wobei der Fairness halber vermerkt sein sollte, dass die männlichen Bandmitglieder, allen voran Gitarrist Robbi, ihrer Sängerin musikalisch in nichts nachstehen. Ein paar Gitarren-Soli weniger hätten es allerdings auch getan. Vom ersten Song an geben die Ruhrpott-Rocker dermaßen Vollgas, dass vor und auf der Bühne gleichermaßen die Haare fliegen. Spätestens mit dem Ohrwurm 'Set Me On Fire' haben DISTANCE CALL das Publikum voll auf ihrer Seite, so dass sie schließlich nach 'Rock The Night' mit beachtlichem Beifall verabschiedet werden.

THE CLAYMOREWeiter geht es mit den Castroper Power-Metallern THE CLAYMORE, die sich in den letzten Jahren im Ruhrpott zu einer richtigen Live-Institution entwickelt haben. Nach dem Abgang von Sänger Andy im vergangenen Jahr feiert die Band mit dem neuen Fronter Mike Krush einen kleinen Neuanfang in der Matrix, was gut 200 gespannte Fans nach Bochum lockt. Jegliche Sorgen um den weiteren Werdegang der Band werden bereits mit dem ersten Song 'Oceans' zu Grabe getragen. Von kleineren Unsicherheiten einmal abgesehen, macht Neuzugang Mike seinem Vorgänger alle Ehre und spätestens mit 'Ancient Enemy' werden wohl sämtliche Zweifel von den wild schwingenden Matten des Publikums in alle Winde zerstreut. Wie gewohnt glänzt die Gitarren-Fraktion durch Virtuosität, Trommeltier Hardy beweist, dass Drummer sehr wohl echte Musiker sind und Basser Christ lehrt die moshende Menge mit seinem Leucht-Viersaiter das Poser-Einmaleins. Mit dem eigentlich letzten Song 'Voices' gibt es einen vielversprechenden Vorgeschmack auf's neue Album zu hören, bevor das Publikum THE CLAYMORE derart abfeiert, dass sie mit ihrer extrem eingängigen Zugabe 'Soulseeker' endgültig alles in Schutt und Asche legen. Man munkelt sogar, dass die Truppe für nicht gerade wenige Anwesende der heimliche Headliner gewesen sein soll.

Des Auftritt des wahren Headliners MOB RULES allerdings steht erst noch bevor und die Jungs aus Norddeutschland machen ihrer Position alle Ehre. Umso trauriger, dass die Reihen sich nach der CLAYMORE-Show merklich lichten. Das allerdings beeinträchtigt die Spielfreude der Oldenburger nicht im Geringsten. Mit 'Unholy War' legt die Band einen überzeugenden Start hin und zeigt von der ersten Minute an, womit die Besucher es zu tun bekommen werden: Melodischem Power Metal mit extrem eingängigen Hooklines. Ein Ignorant, wer da von Weichspüler-Metal sprechen würde. Dass MOB RULES amtlich rocken und Arsch treten, ist spätestens beim nächsten Stück 'Trial By Fire' klar. MOB RULESEine wahre Wonne, wie Sänger Klaus und seine Mannen die Matrix mit einem Best-Of aus immerhin 19 Jahren Bandgeschichte beschallen. Wenn eine Band sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, mindestens genauso tight präsentiert wie auf ihren Platten, sollte in puncto Live-Qualitäten wohl alles gesagt sein. Kein Wunder also, dass MOB RULES ihrem Namen alle Ehre machen und das anwesende Volk voll und ganz unter Kontrolle haben. Dass der Sechserpack auch die leisen Töne bestens beherrscht, dürfte nach der bombastischen Darbietung der Power-Ballade 'End Of All Days' keiner der Anwesenden mehr bezweifeln. Ebenso wenig verwunderlich, dass die Fans ihre Band nach dem eigentlich letzten Song 'Hollowed Be Thy Name' noch nicht gehen lassen wollen und sie für 'Black Rain' und den Ohrwurm-Garanten 'Rain Song', der übrigens bestens zum Wetter passt, zurück auf die Bühne holen. Eine wirklich großes Konzert, das ein größeres Publikum mehr als verdient hätte.

 

SETLIST MOB RULES

Unholy War
Trial By Fire
Temple Fanfare
Pilot Of Earth
Cannibal Nation
Lost
Astral Hand
Veil Of Death
Last Farewell
End Of All Days
In The Land Of Wind And Rain
Hollowed Be Thy Name
---------------
Black Rain
Rain Song

 

Pics: Alexandra Michels

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