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KING'S X, KLONE

Aschaffenburg, Colos-Saal

Lange liegt das letzte KING`S X-Album zurück und umso überraschender ist es, dass die Texaner wieder auf einer Gastspielreise bei uns vorbeischauen. Dabei kann sich das Trio einmal mehr auf seine treuen Anhänger verlassen, die das Colos Saal gut füllen.

Zunächst machen KLONE den Opener und das nicht schlecht. Kaum einer der Anwesenden dürfte mit dem Material der Gallier vertraut sein, aber innerhalb kürzester Zeit weiß das Quintett zu überzeugen. Im Spannungsfeld von Opeth, Rage Against The Machine, Tool und Devin Townsend hat die Truppe ihren ganz eigenen Stil gefunden, der stark von der facettenreichen Stimme von Frontmann Yann Ligner und zahlreichen Soundtüfteleien (u.a. Saxophon) lebt. Letztlich ein wirklich gelungener Supportact, der seine Chance genutzt hat.

Anschließend liegt Spannung in Luft, die sich bei formidablem KING'S X-Opener 'Groove Machine' in Enthusiasmus entlädt und zudem Programm für den weiteren Abend ist. Perfekt eingespielt beweisen die Perfektionisten wie man Melodien, Harmonien, Melancholie, musikalische Perfektion und mehrstimmigen Gesang perfekt verbindet. Gänsehaut pur! Optisch hat sich Frontmann Doug Pinnick (gleich mit drei Bässen unterwegs) von seiner hässlichen Frisur getrennt und auch Drummer Jerry Gaskill hat seine Haarpracht ein wenig abgelegt (auf der Eintrittskarte ist noch das überholte Bild von der letzten Tour zu sehen). Musikalisch ist dagegen alles beim Alten und da kein neues Album promotet werden muss, gibt es ein Best-of-Set, bei dem Alben wie „Manic Moonlight“, „Orge Tones“, „Black Like Sunday“`, „Please Come Back… Mr. Bulbous“ zurecht außen vor bleiben. Der Schwerpunkt mit je vier Nummern liegt auf den Major-Scheiben „Dogman“ und „Out Of The Silent Planet“. Klassiker wie 'Mr. Wilson', 'A Box', '(Thinking And Wondering) What I'm Gonna Do', 'Mississippi Moon' und 'Moanjam' bleiben dabei leider auf der Strecke. Apropos jamen, das beherrschen die Ausnahmemusiker wie kaum eine andere Band und so leben sich die drei bei 'We Were Born To Be Loved' mit eine Megaversion aus, wogegen man bei 'Summerland' den Gesang komplett dem Publikum überlässt und sich über die Kooperation sichtlich freut. Fazit: ein wunderschönes Konzert unter optimalen Soundbedingungen, mit dem das Trio einmal mehr seine Ausnahmeklasse eindrucksvoll unter Beweis stellt und hoffentlich bald wieder kommt. Schöner kann Musik kaum sein!

Drei Fragen bleiben nach 90 Minuten offen:
1. Wie schafft es Doug so einen durchtrainierten Körper zu haben?
2. Wieso trägt er seine Schlüsselsammlung auf der Bühne mit sich rum?
3. Wann kommt endlich eine neue Scheibe?


 
SETLIST KING`S X

Groove Machine
The Train
What Is This?
Complain
Black Flag
Alright
In The New Age
Pillow
Pray
Dogman
Go Tell Somebody
Summerland
We All Were Born To Be Loved
+++
Goldilox
Over My Head
Visions

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