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FOO FIGHTERS

Köln, Lanxess Arena

Nach schweißtreibenden zweieinhalb Stunden bei tropischen Temperaturen in der bis unters Dach vollgestopften Arena bin ich doch ein klein wenig erschöpft. Dave Grohl dagegen scheint sich in seinen klatschnassen Klamotten auf der Bühne so wohl zu fühlen, dass er sie gar nicht mehr verlassen möchte. Doch wir wurden ja vorher gewarnt: "Müssen einige von euch morgen arbeiten? Das tut mir sehr leid für euch, denn wir werden eine verdammt lange Zeit hier sein!", bemerkt das haarige Powerpaket zu Beginn des Gigs und sprintet wenige Minuten später schon wieder kreuz und quer
über die Bühne.

Von Beginn der Show an herrscht eine glühende Atmosphäre. Aufwärmphasen braucht es bei den FOO FIGHTERS nicht, denn ihr Stil aus Rock-, Metal- und Punkelementen gemixt mit eingängigen Ohrwurm-Melodien reißt sofort mit. Über den gesamten Abend verteilt erleben die Zuschauer eine Art Zeitreise durch fast zwei Jahrzehnte Erfolgsgeschichte, denn hier werden alle großen Hits der vergangenen 17 Jahre serviert. 'Rope' oder 'Learn To Fly', 'Walk' oder 'Monkey Wrench', die Herren Grohl, Hawkins, Shiflett, Smear und Mendel halten die Stimmung durchgehend am kochen. Zum Dank jubeln ihnen um die 16.000 Fans trotz der Hitze frenetisch entgegen. Die Band transportiert eine unglaubliche Energie von der Bühne welche sofort auf die Zuschauer übergeht. Und je mehr diese ihre Helden feiern, ihnen die Arme entgegen recken und mit glücklichen tropfnassen Gesichtern anstrahlen, umso mehr geben sie den vier Amerikanern davon zurück. Trotz aller Schmankerl gerät das Publikum bei den ersten Noten von 'Best of You' endgültig in Ekstase und 'All My Life' bildet die würdige Krönung.


Was dann folgt, ist bekannt. Die Band verabschiedet sich von ihren Fans, bedankt sich für den tollen Abend und verlässt die Bühne, worauf sofort die ersten "one more song!"-Rufe laut werden. Statt einer dunklen Bühne erscheinen jedoch alsbald Bilder aus dem Backstage auf den Monitoren. Während die Jungs sich ein wenig erholen, winken sie den wartenden Fans und signalisieren mit zwei Fingern ihre baldige Rückkehr auf die Bühne. 

 

Als netter Frontmann lässt Grohl seine Kollegen noch ein wenig länger verschnaufen und begibt sich samt Akustikgitarre in die Mitte der Arena, um 'Wheels' zu schmettern. Bei 'Times Like These' steigt dann auch der Rest wieder mit ein und erst nach vier Zugaben ist dann tatsächlich Feierabend. Es lässt sich wohl nicht bestreiten, dass der charismatische Sänger einfach unheimlich Spaß an seinem Job hat und das spürt das Publikum in jeder Minute. Der Sound klingt teils leider recht matschig, doch Grohl ist bestens bei Stimme und die zeigt auch zum Ende des Abends kaum Ermüdungserscheinungen. Bei der recht aufwendigen Lightshow können die Fans die Mängel in der Klangqualität jedoch sicherlich verschmerzen. Und während sich in der rasch geleerten Halle die ersten Bühnentechniker wie Spinnen von der Decke abseilen, bleiben das gute Gefühl und der sehnliche Wunsch nach einer Dusche erhalten.

 

SETLIST

Bridge Burning
Rope
The Pretender
My Hero
Learn To Fly
White Limo
Arlandria
Breakout
Cold Day In The Sun
Long Road To Ruin
Stacked Actors
Walk
Generator
Monkey Wrench
Let It Die
These Days
Skin And Bones
Best Of You
All My Life
------------------
Wheels
Times Like These
Young Man Blues
Everlong

 

Fotos: Claus Schmidt