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DEVIN TOWNSEND PROJECT

„Ghost“-Show - London, Union Chapel

Devin Townsend performt in London alle vier seiner DEVIN TOWNSEND PROJECT-Alben und lässt bei der Gelegenheit mehrere Kameras mitlaufen, um das Geschehen in Form einer DVD-Nachlese für die Nachwelt festzuhalten. ROCK HARD stürzte sich in den nächsten Flieger um euch exklusiv von dem viertägigen Geschehen zu berichten.

Für die vierte und letzte Show steht für Band und Crew ein Umzug an. Während die drei vorherigen Shows alle um ULU über die Bühne gingen, wurde für die akustische „Ghost“-Show die geschichtsträchtige Union Chapel als Aufführungsort auserkoren. Nach dem nervenzerfetzenden „Deconstruction“, mit denen Devin versucht hat seine eigenen Dämonen zu besiegen, soll mit „Ghost“ die Balance wiederhergestellt werden und der Kreis zum ersten DTP-Album „Ki“ geschlossen werden.

Die Sängerin HAZLITT fungiert heute als Support, unterstützt wird sie von einem Kammerorchester. Ihre Vergangenheit als Sängerin in einer Rockband hört man der Künstlerin zu keiner Sekunde an. Bei aller Klasse, nervt mich persönlich ein wenig das ständige Verharren in den höchsten Tonlagen. Der Gig fällt trotzdem recht kurzweilig aus.

Devin ist heute mit Kapuzenpulli und grüner Leinenhose vergleichsweise leger gekleidet. In der Begrüßung weist er darauf hin, dass es sich um einen ruhigen Gig handeln wird, man wird das Gefühl nicht los, dass er damit auch den letzten Vollidioten klarmachen möchte, dass heute keine Strapping-Young-Lad-Zwischenrufe erwünscht sind.

Das stimmige Ambiente entfaltet seine volle Wirkung als Devin mit der „Ghost“-Begleitband in das eröffnende 'Fly' einsteigt. Obwohl Devin kurz zuvor von einem ruhigen Gig sprach, mindert die etwas zu hohe Lautstärke den Hörgenuss des sanften Ohrenstreichlers. Die Lage verbessert sich allerdings im Laufe der nächsten beiden Songs: 'Kawaii' und 'Ghost' (Devins Lieblingstrack von den vier DTP-Alben) werden nahezu perfekt dargeboten.

Die Band taut immer mehr auf, besonders Flötistin Kat Epple und Devin spielen sich des Öfteren gekonnt die Bälle zu. Zwischendurch wagt Devin mit seiner Akustikgitarre sogar einen Ausflug durch den Publikumsraum. Insgesamt bietet die Band genau das richtige Kontrastprogramm um nach dem intensiven, zerstörerischen „Deconstruction“-Gig wieder runterzukommen.

Als Zugabe steht neben dem „Ghost II“-Track 'Fall' auch der „Ghost“-Bonustrack 'Radial Highway' auf dem Programm, der das Tempo etwas anzieht und mit seinen aus 'Bad Devil' und 'Trainfire' entlehnten Elementen zum Mitwippen einlädt. Als Finale wird das recht flotte 'Watch You' (ebenfalls von „Ghost II“) dargeboten, welches im letzten Drittel den „Deconstruction“-Track 'Stand' zitiert.

Da sind sie also wieder, die Dämonen, die Devin zum Ende des „Deconstruction“-Sets am Vorabend mit seinem gekreischten „die, Poltergeist, die!“ noch vertreiben wollte. Die Darbietung des 'Stand'-Parts im akustischen Gewand symbolisiert: man muss seine Dämonen nicht töten, sondern kann auch mit ihnen leben, sich selbst und seine Fehler akzeptieren. Unter tosendem Applaus schließt sich der Kreis heute also in zweifacher Hinsicht.

Pic: Ronny Bittner

Live-Review der "Ki"-Show vom 10.11.

Live-Review der "Addicted!"-Show vom 11.11

Live-Review der "Deconstruction"-Show vom 12.11.


SETLIST DEVIN TOWNSEND PROJECT

Fly
Heart Baby
Feather
Kawaii
Ghost
Blackberry
Monsoon
Dark Matters
Texada
Seams
Infinite Ocean
As You Were
---
Fall
Radial Highway
Watch You

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