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ABSU, NECRONOMICON, IMPIETY

Oberhausen, Helvete

ABSU

Die Texaner ABSU, mit ihrem kongenialen Drummer und Schreihals Proscriptor McGovern, sind mit ihren mitreißenden Liveshows eigentlich sehr bei Konzertgängern beliebt. Überraschenderweise herrscht am heutigen Abend im Clubkeller des Oberhausener Helvetes kurz nach Einlass noch gähnende Leere. Eine gute Gelegenheit um die Wartezeit bis zum Konzertbeginn an einer der gut sortierten Biertheken dieser immer wieder coolen, mehrstöckigen Location zu verbringen.

Als die Kanadier NECRONOMICON (die angeblich schon seit den Achtzigern aktiv sind, dafür aber wenige Releases vorzuweisen haben) die Bühne entern, haben sich zwar einige neugierige Banger im Saal eingefunden, so richtig Stimmung will jedoch nicht aufkommen. Die Behemoth-lastige Black-Death-Mischung mit diversen Synth-Anreicherungen aus der Dose wirkt zusammen mit dem unterhaltsamen Klischee-Posing des Trios zunächst durchaus erfrischend, wird im Laufe des halbstündigen Auftritts dann doch eher durchschnittlich. Versatzstücke aus genannten Behemoth, Dimmu Borgir und weiteren Death-Metal-Elementen hat man von den Originalen definitiv schon spannender präsentiert bekommen.

Zum zweiten Act des Abends nimmt die Besucherschar beträchtlich zu, denn die Überschall-Black-Thrasher IMPIETY aus Singapur sind an der Reihe. Das permanente Vollgas der nietenbehangenen Herren aus Südostasien kommt in der Menge prächtig an, welche die Band moshend und bangend ordentlich abfeiert. Mir persönlich ist das technisch durchaus beeindruckende Dauersperrfeuer inklusive schräger Frickelsoli, gegen die selbst Slayer harmonieverliebt anmuten, mit der Zeit jedoch zu eintönig. Trotzdem: Daumen hoch für "The mighty Impiety", wie sie Frontmann Shyaithan immer selbst hochlobt.

Die Headliner ABSU bringen den Laden dann endgültig zum kochen und vom anfänglich spärlichen und zurückhaltenden Publikum ist nichts mehr zu spüren. Bemerkenswert, dass hier schon das dritte Dreiergespann in Folge auf den Brettern steht und abgesehen vom Opener nie das Gefühl aufkommt, es gäbe Soundlücken zu stopfen. ABSU funktionieren jedenfalls in verschwitzten Clubs genauso gut, wie auf Festivalbühnen (wie etwa im vergangenen Jahr auf dem Party.San) und bereiten ihren Fans einen langen Auftritt mit stets hohem Energielevel. Im Zentrum des Geschehens thront selbstverständlich Bandkopf Proscriptor, dessen kernig gekreischte Ansagen wenig albern, sondern ziemlich kultig und cool rüberkommen. Man kann immerhin auf eine fast 25-jährige Bandgeschichte zurückblicken, wobei angenehmerweise auch das 2001er Meisterwerk "Tara" berücksichtigt wird. Einzelne Songs herauszuheben fällt schwer, wenn man einerseits nicht mit allen Alben der Band vertraut, dies andererseits jedoch auch herzlich egal ist, da es keine bemerkenswerten Hoch- und Tiefpunkte festzustellen gibt - eine durchweg klasse Show, die von allen Seiten verdienten Applaus erntet. Well done, guys!

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IMPIETY + WORMWOOD + BODE PRETO + ASAGRAUM04.10.2017MörlenbachLive Music HallTickets

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