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ASKA, MILITIA

Frankfurt, Die Halle

Sozusagen als Nachschlag für das Keep-It-True-Festival organisierte Wolfram Küper noch eine Texas-Metal-Night im schnuckeligen Frankfurter Club "Die Halle". Somit wird für viele der ca. fünfzig aus Schweden, Mexiko, Kanada, Spanien, Finnland, Österreich, Amerika und Deutschland angereisten Die-Hard-Fans ein Traum Wirklichkeit: ASKA und MILITIA in der intimen Atmosphäre eines kleinen Clubs.

Wer hätte sich das noch vor 10 Jahren gedacht? ASKA, die Band um Neo-Omen-Sänger Glen May, macht den Anfang und sorgt spätestens bei 'The Stalker' für bangende Köpfe in der ersten Reihe. Der mit viel Spielfreude dargebotene und immer wieder durch lockere Sprüche Glens aufgelockerte Set geht runter wie Öl. Von Anfang bis zum Ende kreisen die Matten zu Songs wie dem schnellen 'Invasion', dem überragenden 'Longships' oder dem von der Österreich-Fraktion stürmisch geforderten 'Legion', das die Band außerplanmäßig einstreut. Ein packendes 'Crown Of Thorns' setzt schließlich den Schlusspunkt unter eine mehr als gelungene Show.

Nachdem die Jungs von MILITIA während der ganzen ASKA-Show bangend in der ersten Reihe gestanden haben, werden nur mal schnell die Plätze vor und auf der Bühne getauscht. Und was die Jungs um Mike "The highest screaming voice in Metal" Soliz dann entfachen, kann man eigentlich nur mehr als ein wahres Techno-Thrash-Inferno bezeichnen. Über die hektischen, von unzähligen wüsten Breaks durchsetzten Rhythmen zünden die beiden Gitarristen ihre pfeilschnellen, akrobatischen Soloeinlagen. Dazu kreischt sich Mike Soliz in höchsten Lagen die Seele aus dem Leib. Dabei stehen MILITIA keine Sekunde still, zucken aggressiv wie Vipern über die Bühne und tränken den Boden in Windeseile mit Kübeln aus Schweiß. So und nicht anders muss Metal sein. Legendäre Stücke wie 'Regiments Of Death', 'The Sybling', 'Thrash To Destroy' und sogar ein neuer Song, der sich stilistisch perfekt in die Reihe der Bandklassiker einfügt, sind mit am Start. Zu Ende des Sets müssen die Texaner sogar noch einmal 'The Sybling' anstimmen, bevor man sie endgültig von der Bühne lässt. Zurück bleiben nichts als erschöpfte, glückliche Fans und Musiker und das sichere Gefühl, ein Stück Metalgeschichte miterlebt zu haben. Wer weiß, wann man diese Bands noch einmal hier zu Gesicht bekommen wird.

Pics: Jürgen Tschamler