RH #285Interview

HELRUNAR

Wie ein Werkzeug

Deutschlands wichtigste Instanz für ernsthaften, klischeefreien Pagan Metal, der nicht nur an der Oberfläche schürft, hat mit dem Doppel-Album „Sól“ ein Mammutprojekt verwirklicht. Der 35-jährige Bandkopf Skald Draugir klärt uns auf über Mythos, Freiheit und Alltag.

„Sól“ soll für eine Wiederbelebung mythischer Sprache stehen. Begrenzt sich dieses Anliegen auf HELRUNAR und auf dein Denken als Musiker und Texter, oder ist das ein Anliegen, das auch Einfluss auf deinen normalen Alltag hat?

»Vor allem ist es zunächst mal ein künstlerisches Anliegen. Ich denke, dass der Mythos als Inspirationsquelle noch lange nicht ausgeschöpft ist. In der Art und Weise, wie der Mythos die Wirklichkeit beschreibt, offenbart sich aber auch eine tiefe Einsicht in die Dinge, in das Sein, die für die Sinnsuche eines Menschen sehr fruchtbar sein kann. Der Mythos zeigt Vorgänge hinter und zwischen den Dingen, die im Alltag verborgen bleiben. Er bietet eine Projektionsfläche für unsere Erfahrungen. Man tut gut daran, zu erkennen, dass fast alle Erzählstoffe des Menschen, seien es nun Filme, Romane oder eben Mythen, dem Menschen vor allem dazu dienen, sein Dasein besser zu verstehen und zu bewältigen. Wegen seiner eher offenen Bedeutsamkeit erfüllt der Mythos diese Funktion besonders gut. Er konfrontiert uns nicht mit Fakten, sondern regt dazu an, sich selbst Gedanken zur Existenz zu machen. Da ist dann eine Verbindung zwischen Mythos und Alltag. Oder sagen wir besser: Mythos und Leben.«

Euer Label...

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