RH #282RH vor 10 Jahren

Entschlacken in Wacken

Schon lange existiert die These, dass die politische Musikszene in Amiland besonders unter extrem konservativen Präsidenten aufblüht. Speziell die Reagan-Ära war in der Hinsicht beispielhaft.

Goldkehle Sean Peck von den US-Kraft-Metallern CAGE erzählt daraufhin fast folgerichtig: »Es ist für uns alle und auch für den Heavy Metal besser, wenn George W. Bush Präsident wird.« Dann schwenkt die Jahrhundertstimme jedoch zu einer gänzlich neuen Theorie: »Als die Republikaner noch an der Macht waren, gab es ein besseres Klima für Metal. Sie stehen für Selbstbewusstsein und Individualität. Dann kam Clinton, und plötzlich gab es Bands wie Nirvana, die nur noch in Selbstmitleid schwelgten.«

Schwenken wir vom Redneck-Rocker zum Gentleman-Gitarrero: TONY IOMMI hat die Schnauze voll vom Black-Sabbath-Hickhack, das speziell Obertrantüte Ozzy Osbourne zu verdanken ist, und greift sich einen Haufen Gäste, die sein Solowerk „Iommi“ veredeln. Darunter finden sich Phil Anselmo, Serj Tankian, Billy Idol, Pete Steele, Brian May, Dave Grohl und, ähem, Ozzy. »Ozzy ist dabei, weil er sich selbst eingeladen hat«, spricht Iommi unserem Michael ins Aufnahmegerät und plauscht auch sonst punktgenau und britisch-humorig Anekdoten aus. Sabbath-Trommler Bill Ward wurde früher bis zur Lebensgefahr von Iommi gepiesackt. Einmal ergießt sich auf den unter einem Tourbus handwerkelnden Kerl aus dem Klo »die Scheiße von mehreren Wochen, unzählige Liter«, und gleich dutzendfach wird er vom Riffmeister einfach...

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