RH #275Interview

Vor beinahe zwei Jahrzehnten begannen drei japanische Venom-Liebhaber ihre Album-Karriere beim norwegischen Black-Metal-Label Deathlike Silence, geführt vom später ermordeten Mayhem-Kopf Euronymous. Heute gehören SIGH zu den avantgardistischsten Extrem-Metal-Visionären überhaupt.

Mirai, glaubst du, euer erster Labelchef würde „Scenes From Hell“ verstehen?

»Ja. Als ich ihn früher einmal anrief, lief im Hintergrund ein grandioses Pianostück. Er war auch sehr an Sachen wie Kraftwerk interessiert. Er müsste also zumindest tolerieren, was wir uns an musikalischen Freiheiten nehmen. Er war eine sehr eklektische Persönlichkeit. Damals dachte jeder, dass Black-Metal-Alben einen miesen Sound benötigten, aber er verriet mir, dass das kommende Mayhem-Werk „De Mysteriis Dom Sathanas“ eine kräftige Produktion haben sollte - und wir wissen alle, dass er Recht behielt.«


Deathlike Silence propagierten damals den Krieg gegen den verweichlichten, trendigen Death Metal. Auf „Scenes From Hell“ begrüßt du nun die Mantas/Massacre-Legende Kam Lee als Gastsänger.


»Ich konnte diese Haltung damals total nachvollziehen. Schon bevor der Kontakt zu Euronymous enger wurde, fühlte ich, dass ich Death Metal und Grindcore nicht mehr aushalten konnte. Es war ein einziger Wettkampf, wer die am tiefsten runtergestimmte Klampfe hatte, und jedes Gespräch begann mit „Wie viele Halbtöne hast du tiefergelegt?“. Man konnte großartige Thrash-Alben aus den Achtzigern für einen Dollar kaufen, weil sie gerade niemanden...

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MASTER´S HAMMER + BATUSHKA + A CANOROUS QUINTET + 777 + AUTHOR + CIRITH GORGOR + FIN + HELLFIRE DEATHCULT + ABHOMINE + HORN + u.v.m.05.07.2018
bis
06.07.2018
Friesack, FreilichtbühneUNDER THE BLACK SUN FESTIVALTickets