RH #267Seziertisch

JETHRO TULL

Jethro Tull

Vielen Metallern fällt beim Stichwort JETHRO TULL nur „dieser verrückte Waldschrat, der auf einem Bein Querflöte spielt“ ein, und außer ´Locomotive Breath´ taucht kaum ein Tull-Song auf härter ausgerichteten iPods und Mixtapes auf. Doch es lohnt sich, tiefer in den umfangreichen Katalog der Prog/Folk-Rocker einzutauchen.

JETHRO TULL rockten in den 70ern und 80ern nicht nur härter als alle anderen großen britischen Prog-Bands, sie haben auch seit 40 Jahren mit Martin Barre einen der unterbewertetsten Gitarristen der Szene in ihren Reihen, nachdem ein gewisser Tony Iommi 1968 ziemlich schnell wieder die Düse machte, um mit seiner eigenen Band Black Sabbath durchzustarten. Außerdem gelang es Tull mit unerreichter Leichtigkeit, Bluesrock, Folk, Klassik, Prog, Jazz und Hardrock zu einem völlig eigenständigen Stil zu verzahnen, ohne den es den Folk-Rock/Metal in seiner heutigen Form nicht geben würde. Charakteristische Tull-Merkmale sind ein freier Umgang mit Tempi und Takten, wie man ihn sonst fast nur im Jazz findet, das Heimelige des Folk, die kompositorische Grenzenlosigkeit der Klassik und das Ungestüme, Erdige des frühen Blues- und Hardrock.

Mehr als 60 Millionen Alben hat die Band um den charismatischen Ein-Bein-Flötisten, Sänger und Hauptkomponisten Ian Anderson bislang verkauft, der Zugang zum faszinierenden Tull-Kosmos fällt Neueinsteigern allerdings oft schwer, da die diversen Best-of-CDs die Qualitäten der Briten nur unzureichend widerspiegeln. Nach einem Blick auf...

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