RH #257From the Underground

Unter Underground-Gourmets wirkt die Stilbezeichnung „Texas-Metal“ wie ein Aphrodisiakum. Und wenn man dann noch erfährt, dass die sagenumwobenen Austin-Banger MILITIA wieder am Start sind und im Oktober sogar eine fette Compilation-CD namens „Released“ auf den Markt werfen, steht das Messer endgültig wie ´ne Eins.

Watchtower, Syrus, S.A. Slayer, Juggernaut - die Liste an Texas-Metal-Bands, die in den achtziger Jahren mit einer Mischung aus Techno-Thrash und Progressive Metal Eindruck schinden konnten, ist lang und beliebig fortsetzbar. Aber kein Name ist so faszinierend wie MILITIA, was wohl vor allem an ihrer ultra-raren, auf einhundert Exemplare limitierten 1985er Vinyl-EP „The Sybling“ liegt, nach der sich Sammler sämtliche Extremitäten lecken.

»„The Sybling“ ist wahrscheinlich legendärer als die Band selbst«, überlegt Frontmann Mike Soliz. »Viele Leute wissen wohl gar nicht, wie wir klingen, aber sie kennen zumindest unseren Namen. Wir konnten uns damals nur hundert EPs leisten und haben auch niemals daran gedacht, ´ne zweite Auflage pressen zu lassen. Unser Drummer Phil Achee hat sein Exemplar vor einiger Zeit für 3.000 Dollar verkauft - und es war noch nicht mal in ´nem besonders guten Zustand.«

»Ich habe sogar von jemandem gehört, der über 4.000 Dollar für das Teil bezahlt hat«, übernimmt Basser Robert Willingham. »Aber ehrlich gesagt verstehe ich diese Sammlermentalität nicht so ganz. Die Leute sind geil auf das Ding, weil es nur hundert davon gibt. Hätten wir 5.000...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.