RH #253Interview

TRIBE AFTER TRIBE

Karriere? Nein, danke!

In einer Musikszene, in der Experimentierfreude und politisches Bewusstsein offenbar tief in den 90ern verbuddelt wurden, sind TRIBE AFTER TRIBE mehr denn je Exoten von einem anderen Stern. Am 4. April landeten die "Außerirdischen" in Hamburg, um ihr neues Album "M.O.A.B." live vorzustellen.

Selbst beinharte TRIBE AFTER TRIBE-Fans, also jener Verein von Enthusiasten, den der Dortmunder André Wilms seit über zehn Jahren durch die Website www.tribeaftertribe.com weltweit zusammenhält, dürften zwischenzeitlich (fast) aufgegeben haben. Sechs Jahre ließ ihr Idol Robbi Robb verstreichen, um nach dem mäßig erfolgreichen "Enchanted Entrance"-Longplayer mit einem neuen Album auf sich aufmerksam zu machen. Doch Robbs Karriere war zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon längst im tiefsten Underground festgefahren, nachdem er Anfang der 90er nach seiner Immigration in die USA zu den hoffnungsvollsten Newcomern überhaupt gezählt hatte. Der dreadgelockte Südafrikaner, 1987 aufgrund der politischen Wirren im Kampf um den Apartheidsstaat nach einer etwas "zu erfolgreichen" Hitsingle geflohen, konnte zunächst Metallica-Entdecker Johnny Z. für sich begeistern und veröffentlichte beim damaligen Szene-Giganten Megaforce Records mit "Tribe After Tribe" und "Love Under Will" zwei Kult-Alben, die erstmalig afrikanische Einflüsse in die harte Rockmusik brachten. Die schwer wummernden Tribal-Drums gab es in dieser Form allenfalls bei Sepultura zu bewundern, aber kein Szenekenner wird bestreiten, dass TRIBE AFTER TRIBE weit aufregender, experimenteller und vor allem spiritueller agierten. Ganz normale Rockfans tanzten und bangten sich wie ein wildgewordener Haufen Dschungelkrieger bei den wenigen Gigs des Trios in Ekstase. Kein Wunder, dass Robbi Robb schon immer die besten Musiker wie ein Magnet anzog. Mit Jeff Ament von Pearl Jam gründete er Three Fish, Doug Pinnick von King´s X spielte Bass für ihn, und Joey Vera von Armored Saint/Fates Warning ist auf den letzten drei Alben zu hören. Mit Chris Frazier (Steve Vai Band) und Richard Stuverud fand Robb immer die besten Trommler für den stark rhythmusbetonten Tribal-Sound. Doch die letzten Jahre begnügte sich Robb damit, mit seiner Frau und einer Handvoll Hippies unter dem Sternenhimmel Kaliforniens Jam-Sessions abzuhalten und gelegentlich unter dem Banner Amritakripa zu veröffentlichen. ...

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