RH #247Interview

MOSHQUITO, ARGUS

Der Kult aus dem tiefen Sachsen

Interview mit Ingo Lohf, Gitarrist von ARGUS und MOSHQUITO

 

ARGUS waren meine absolute Lieblingsband der DDR-Metalszene. Ob im Auer „Tanztreffpunkt“, im Ebersbrunner Gasthaus „Zum Löwen“ oder im Kulturhaus „Fritz Heckert“ in Karl-Marx-Stadt: Die Konzerte des sächsischen Quintetts ähnelten einem Orkan. Egal, wo die Band ihren Stahl schmiedete, überall war die Hütte ausverkauft, randvoll gepackt mit Bangern aus allen Teilen der DDR, die mitunter hunderte Kilometer mit dem Zug anreisten, um von der ersten bis zur letzten Minute, von der ersten bis zur letzten Reihe komplett durchzudrehen. ARGUS wurden 1983 ins Leben gerufen und zockten Bluesrock, 1985 erfolgte eine radikale Kurskorrektur in Richtung Heavy Metal. Drei Jahre lang war die Combo eine gewichtige Stimme des ostdeutschen Undergrounds, danach folgten Auftrittsverbote und staatliche Repressalien. ARGUS wurden aufgelöst, und die gleichen Musiker gründeten Mitte 1988 MOSHQUITO.

Ingo, ARGUS waren eine Kultband, möglicherweise sogar DIE Kultband des Ost-Metal. Weshalb, glaubst du, war das so?

»Weil wir den Leuten haargenau das boten, was sie wollten, aber eigentlich nicht durften: Heavy Metal ohne Kompromisse! Ostrock wollte doch zu dieser Zeit keiner, der einigermaßen Musikgeschmack besaß, hören. Nix gegen die Ostmusiker, die nicht schlechter waren als ihre Westkollegen, aber man bekam doch hier zu Lande alles diktiert, wenn man einigermaßen was werden wollte. Was dabei herauskam, war größtenteils ziemliche Gülle - unsere...

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