RH #247Interview

HEAVY METAL IN DER DDR

Arm wie Kirchenmäuse, stolz wie Spanier

 

Vor 20 Jahren - die bis in ihre Knochen marode Deutsche Demokratische Republik steuerte unaufhaltsam auf ihren Untergang zu - befand sich die ostdeutsche Heavy-Metal-Szene auf ihrem absoluten Höhepunkt. Es war eine fanatische Szene mit Musikern und Fans voller leidenschaftlicher, manchmal auch verzweifelter Hingabe. Es war eine Szene, in der nahezu alles über Mund-zu-Mund-Propaganda lief, eine Szene, die von der Staatsmacht allerhöchstens geduldet, oftmals aber unerbittlich bekämpft wurde.

An dieser Stelle möchten wir euch einen tieferen Einblick in den Heavy Metal „made in GDR“ geben und euch an historischen Geschehnissen und Gedächtnisprotokollen teilhaben lassen.

Hauptbahnhof der Kreisstadt Zwickau, Frühjahr 1987: Ein Bummelzug aus der 25 Kilometer entfernten Stadt Aue fährt ein, die Zugtüren fliegen auf, etwa 20 zumeist langhaarige Jugendliche springen heraus und skandieren lautstark: „Heavy! Metal!“ Namen von Bands werden nicht gebrüllt. Einfach nur: „Heavy! Metal!“ Das reicht völlig, denn nur darum geht es. Auf dem Bahnhofsvorplatz sammelt sich die Meute, Metalfans aus Zwickau stoßen hinzu, weitere Züge aus anderen Teilen des Landes kommen an. Und überall brüllen sie: „Heavy! Metal!“ Nietengürtel, obskurer Metallschmuck, Leder, Jeanskutten, Halsbänder so weit das Auge reicht. Nahezu alle Teile der Heavy-Metal-Uniformen sind selbstgebastelt, in mühseliger Kleinarbeit entstanden und ähneln Travestieshows, erinnern an die...

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