RH #230Interview

BILLY TALENT

Neue Zeiten

BILLY TALENT wurden 2003 im Zuge ihres selbstbetitelten Debüts von Rock- und Alternative-Medien unisono zum nächsten großen Ding erklärt. Der breiten Masse war die einmalig frische Mixtur aus vielschichtiger At-The-Drive-In-Schrägness und frühbritischer Punkrockigkeit noch zu individuell. Die Saat ist jedoch gesät. Und „Billy Talent II“ wird die Band einen weiteren Schritt in Richtung Spitze bringen.

Auch das zweite Album der Kanadier entpuppt sich als wahre Großtat. Frisur-Unhold Ian D´Sa zaubert vordergründig fragile, aber dennoch famos rockende Ideen aus den sechs Saiten, und Sänger Ben Kowalewicz adelt die Songs mit Melodielinien, die durch ihre Mischung aus Ohrwurmigkeit und überraschenden Schlenkern für die Ewigkeit prädestiniert sind. Hits wie ´Where Is The Line´, ´Surrender´ oder ´Covered In Cowardice´ servieren Gänsehaut-Momente im Akkord. Das sieht Ben mit seinem gesunden Selbstbewusstsein genauso.

»Ich will jetzt nicht überheblich klingen, aber wir erleben solche Augenblicke häufig. Du arbeitest Ewigkeiten an einem Track, und irgendwann klickt es. Das Adrenalin fließt in Strömen, und im Magen randalieren die Schmetterlinge. Dann sehen wir uns gegenseitig an und wissen, warum wir diesen Scheiß eigentlich machen.«

Ben lümmelt mit Kollege Aaron Solowoniuk (dr.) im Berliner Club „Wild At Heart“ herum. Draußen tobt der Sommer, drinnen haben Heerscharen ungewaschener Bands und ihr entsprechend miefiges Publikum eine marode Muffigkeit hinterlassen.

»Wir sind jetzt...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.

 
 

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen