RH #228Interview

MOONSPELL

Die Rückkehr zum Nichts

Elf Jahre nach dem Albumdebüt „Wolfheart“ zieht es das portugiesische Quartett MOONSPELL mit „Memorial“ zurück zu seinen Wurzeln. Inspiriert von einem Wortspiel aus den Anfangstagen der Band, historischen Fakten und einer alten Herberge im Ruhrgebiet, begaben sich die Herren um Frontmann Fernando Ribeiro auf eine Reise in ihre eigene Vergangenheit, um der Metalszene der Neunziger Tribut zu zollen.

Fernando, was war die Ausgangsidee für „Memorial“?

»Nach der „The Antidote“-Tour unterhielt ich mich mit unserem Gitarristen Pedro über die frühen Neunziger. Wir erinnerten uns, dass wir damals ein Magazin für düstere Poesie gründen wollten. Das Editorial sollte „Memorial“ heißen. Dieser Name erschien uns passend für ein Album. Gleichzeitig gab er uns kreative Impulse für die Basis-Story der Platte. „Memorial“ sollte ein Tribut an die Metalbands der neunziger Jahre sein, zu denen unter anderem Tiamat, Samael, Anathema, The Gathering und auch MOONSPELL gehörten. Uns war es wichtig, die Ehrlichkeit und den Einfallsreichtum dieser Ära wieder aufleben zu lassen.«

Das klingt ja so, als gäbe es diese Qualitäten heute nicht mehr!

»Heutzutage ist vieles vorhersehbar. Durch technische Errungenschaften wie das Internet haben Musikinteressierte mehr Möglichkeiten als früher, an neue Songs zu kommen. CDs können bewertet werden, bevor sie auf dem Markt sind. Dadurch geht ein Teil der Magie verloren. Die Neunziger waren die letzte Ära, in der neue Platten noch mit Spannung erwartet und...

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