RH #220Interview

THE ALEX PARCHE PROJECT

Angel-Rock mit fetten Ködern

Der urkölsche Rocker ALEX PARCHE kann sich mit Vorliebe künstlich erregen. Vor allem, wenn er mit platten Stereotypen und ausgelutschten Klischees konfrontiert wird. Dann kommt er richtig in Fahrt: »Kult? Wer ist das schon? Zum Kult wird nur, wer schon tot ist. Hendrix ist Kult. Kurt Cobain ist Kult. Aber kein einziger Lebender. Egal, wie oft das Wort auch missbraucht wird.«

Das Musikbusiness ist voll von Leuten, die gemacht werden. Parche ist genau anders herum gepolt: Er lässt nix mit sich machen - er macht selbst. Egal, ob in eigener Sache, als Producer von Nachwuchsacts, als Gitarrist und Manager von Urviech Jürgen Zeltinger oder als unterhaltsamer Interviewpartner mit derbem Stacheldrahtpeitschenhumor. Parche ist echt. Seine Musik ist echt. Sie transportiert in unverfälschter Form Seele, Blues, Rock´n´Roll und schroffe Riffs. Buntscheckige Trends und Image-Spielbälle prallen an ihm ab: »Meine Zielgruppe ist jeder, der kapiert, dass ich ehrlich bin.«

Aber wozu bräuchte er auch ein Image? Der ehemalige 105-Kilo-Rübezahl, der sein Gewicht mit eiserner Disziplin auf asketisches Spargeltarzan-Niveau runterschraubte, lebt sein Dasein als Musikschaffender so intensiv, mit urwüchsiger Kraft und scharf gewürzter Zunge, dass gar keine Zeit übrig wäre für mainstreamtaugliches Kasperletheater. Selbst die 14 absolvierten Semester an einem Konservatorium mit den Fahrtrichtungen Jazz, Pop und Beat haben ihn nicht verbogen, sondern vor allem seinen Horizont erweitert, »auch wenn es in...

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