RH #205Interview

AMPLIFIER

Mit dem Panzer durch Disneyland

Kurt Cobain zog nach Seattle, um seine inneren Dämonen zu bekämpfen, Sel Balamir ins nicht weniger verregnete Manchester. Die kreativen Resultate sind ähnlich faszinierend und revolutionär.

Eigentlich müsste die Musikwelt schon lange stillstehen. Bei gerade mal zwölf verschiedenen Tönen, mit denen Songwriter in westlichen Kulturkreisen auszukommen haben, dürften rein mathematisch betrachtet bereits seit Jahrzehnten keine wirklich innovativen Platten mehr entstehen können. Und doch gibt es immer noch jene zutiefst magischen Momente, in denen man von einer neuen Platte weggeblasen wird, die scheinbar so gar nichts mit allem bisher Dagewesenen zu tun hat. Diese über alle Maßen kostbaren Augenblicke entschädigen für viele Stunden vergeudeter Antestzeit uninspirierter B-Ware und ungezählte in überflüssige Veröffentlichungen investierte Monatsgehälter. Binnen weniger Takte weiß man wieder, warum man die unscheinbaren zwölf Töne in seinen Lebensmittelpunkt gerückt hat und nicht das Tunen von Sportwagen oder das Sammeln von Playboy-Heften.

AMPLIFIER sind das jüngste Glied in der Kette rar gesäter Bands wie Tool, Muse, Nirvana oder Vauxdvihl, die in den letzten 15 Jahren nie zuvor betretene Klanglandschaften für Normalsterbliche erschlossen haben. Das selbstbetitelte erste Album der drei Briten lässt sich sehr wackelig als rauere Variante von A Perfect Circle bezeichnen, bleibt jedoch letztlich ein nicht in Worte zu fassendes Mysterium. Hier und da sind zwar Metal-, Psychedelic- und...

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