RH #198Interview

FINGER ELEVEN

Rohes, saftiges Fleisch

Berlin während der Hundstage. Draußen klettert das Quecksilber bedrohlich bis knapp unter die 40-Grad-Marke, Bahnhof Zoo ist versifft wie immer, und in Mitte - wo sich mit dem Sony-Center-Prachtbau auch die Deutschland-Dependance des FINGER ELEVEN-Labels Epic befindet - tut mal wieder jeder schwer beschäftigt, um davon abzulenken, dass man im größten Dorf der Welt wohnt.

FINGER ELEVEN - das sind Sänger Scott Anderson, die Gitarristen James Black und Rick Jackett, Basser Sean Anderson und Drummer Rich Beddoe - zeigen sich indes wenig beeindruckt vom Rummel am Potsdamer Platz und fläzen sich in einem kleinen klimatisierten Konferenzraum bei Schnittchen und O-Saft in ihren Stühlen. Sie scheinen zufrieden zu sein mit sich und der Welt.

Kein Wunder, denn schließlich dürfte ihr einziges Problem momentan der Muskelkater in den Schultern sein. So viel Geklopfe wie am Vorabend hat das Quintett außerhalb seiner Heimat Kanada bisher wahrscheinlich nur selten erlebt. Vor einigen Dutzend Fans, Newcomer-neugierigen Rock-Supportern (in Berlin!), Labelmenschen und Pressevertretern zog man keine 24 Stunden vorher nämlich livehaftig im stickig-heißen „Magnet“-Club vom Leder und begeisterte gute 60 Minuten mit einer intensiven Alternative-Rock-Show, die wohltuend ohne Klischees auskam. Von Weinerlichkeit (auch bei den Balladen) kaum eine Spur - was vor allem am Gitarrendoppel Black/Jackett lag, das mit seiner exaltierten Show sämtliche Blicke auf sich zog und auch auf größten Bühnen abräumen...

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