RH #180Interview

GLUECIFER

Was bleibt, wenn das Image stirbt?

Rotzrock-Klischees findet man heute eher bei C&A als in ranzigen Proberäumen. Der große (in kommerzieller Hinsicht allerdings relativ erfolglose) Hype der New Wave Of Scandinavian Asshole Rock, die vor fünf Jahren über Europa hinwegschwappte, hat merkwürdige, unvorhersehbare Auswirkungen gehabt: Während heutzutage zwischen Trondheim und Mailand Vorschulkids in Flammenhemden und getigerten Schlaghosen über die Hüpfburgen hechten, suchen die Vorreiterbands der Szene händeringend nach einer neuen Identität.

 

Die Hellacopters orientierten sich auf ihren letzten Longplayern „Grande Rock“ und „High Visibility“ an Kiss und den Rolling Stones, die Backyard Babies schalteten auf „Making Enemies Is Good“ im Vergleich zur legendären „Total 13“-Dampframme zwei Gänge zurück, und auch GLUECIFER haben ihre erste Sinnkrise längst hinter sich. „Ridin´ The Tiger“ (´97) und „Soaring With Eagles At Night...“ (´98) waren noch Schnodder-Klassiker allerfeinster Kajüte, doch die letzte Langrille „Tender Is The Savage“ (´00) zeugte von großer Unsicherheit im Camp der Norweger. Biff Malibu, Captain Poon & Co. versuchten, ihre alten Trademarks in komplexere Songstrukturen einzubetten und sich ähnlich wie die Hellacopters an relativ gemäßigten Rockbands aus den Sechzigern und Siebzigern zu orientieren. Das Ergebnis konnte nur bedingt überzeugen, ließ die alte, urwüchsige GLUECIFER-Durchschlagskraft vermissen und kam vor allem ohne wirkliche Hits daher. Zum ersten Mal in ihrer Karriere schwächelten die Hookline-Könige, was skeptischere Szenefreunde schon das Allerschlimmste befürchten ließ. ...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.

 
 

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen