RH #155Lauschangriff

TOTENMOND

Ein Einkaufswagen voller Schrott

Passanten blicken ungläubig, schütteln verständnislos ihre Köpfe und wechseln vorsichtshalber die Straßenseite, als drei grimmig dreinschauende Männer mit einem Einkaufswagen voller Schrottteile am "Spiegel"-Verlagsgebäude vorbei die Hamburger Ost-West-Straße entlangmarschieren.

 

Dort befindet sich das Soundgarden-Studio, in dem das schwäbische Trio TOTENMOND gerade seinen dritten Longplayer eintrümmert. "Reich in Rost" heißt die Platte, und obwohl Frontmann Olaf Pazzer und seine beiden Radaubrüder bereits seit dem Debütalbum "Lichtbringer" für eine ureigene stilistische Note stehen, ist diesmal vieles ganz, ganz anders.

 

»Wir hatten das Gefühl, dass unser früherer Produzent Gerhard Magin unser Anliegen nicht richtig verstanden hat«, geht der Sänger und Gitarrist auf die Mängel der bisherigen TOTENMOND-Veröffentlichungen ein. »Zudem wollten wir einen Produzenten haben, der nicht laufend typische Metal-Sachen bearbeitet.«

 

Die Wahl der drei Herren aus Backnang fiel auf Chris von Rautenkranz (O-Ton Basser Roberto: »Ein absoluter Top-Mann, ey!«), der sowohl Hamburger Sonderschulkapellen wie Tocotronic oder Die Sterne unter seinen Fittichen hatte als auch Extrem- und Punkstoff wie Slime oder Eisenvater. Vor allem wegen seiner Helden Eisenvater wollte Olaf Pazzer unbedingt im Soundgarden arbeiten.

 

´Öfter mal ins Blaue´ heißt das erste Stück, das Rautenkranz uns vorstellt. Die Idee zu dem Lied erhielt Pazzer durch Erich Frieds Gedicht "Notgesang". Aber der Frontmann hat...

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