RH #152Interview

CHRIS CORNELL

Zwischen Offenheit und Egozentrik

Das recht bedenkliche Alice In Chains-Interview, die News über Scott Weilands einjährigen Knastaufenthalt und die damit verbundene Zwangspause für die Stone Temple Pilots schienen endgültig die Sargnägel für die Grunge-Bewegung zu sein. Doch da ist ja noch CHRIS CORNELL mit seinem Solo-Debüt „Euphoria Morning“...

Stilistisch knüpft das Album zwar nur bedingt an sein bisheriges Schaffen mit Soundgarden an, aber ungeachtet der wesentlich ruhigeren Ausrichtung besitzen Songs wie die erste Single-Auskopplung ´Can´t Change Me´, das hypnotische ´Mission´ und vor allem das Highlight ´Moonchild´ eine enorme Intensität, die dem „Singles“-Soundtrack-Beitrag ´Seasons´ und dem legendären Temple Of The Dog-Projekt nahe kommt. Kein Wunder also, daß CHRIS CORNELL dieses andere Gesicht seiner Kreativität auch live würdigt und u.a. ´All Night Thing´ spielt. Dabei wirkt der charismatische Frontmann introvertierter und empfindsamer als mit seiner bisherigen Band. Mit einer seltsamen Mischung aus Schüchternheit und Selbstbewußtsein agiert er auf der Bühne, und auch im Gespräch kommt dieses widersprüchliche Verhalten zum Tragen. Einerseits nimmt der Mädchenschwarm mit verschränkten Armen eine Schutzhaltung ein und spricht mit auffallend leiser Stimme, andererseits ist er inhaltlich voll bei der Sache und vertritt seine Standpunkte mit viel Leidenschaft. Symptomatisch dafür sind viele Texte von „Euphoria Morning“ - wie z.B. ´Follow My Way´, in dem es heißt: „I´m a wreck when I look mighty/In euphoria I´m bruised/In confusion next I´m lightning (...) I´m only pure when I get lost.“ ...

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