RH #118Interview

EARTH CRISIS

Auge um Auge, Ei um Ei

Mit Superlativen sollte man heutzutage vorsichtig umgehen. Die meisten musikalischen Extreme sind ausgelotet, und auch textlich haben diverse Hartwurst-Subgenres die Kotzgrenze längst hinter sich gelassen. Dennoch ist es nicht übertrieben, EARTH CRISIS als eine der kompromißlosesten Kapellen dieses Planeten zu bezeichnen.

 

Die Truppe aus Syracuse im Bundesstaat New York setzt auf ultrabrutalen New School-HC, der laut Sänger Karl Buechner „nie hart genug“ sein kann und dessen Schlagkraft bei jedem Durchlauf aufs neue fasziniert.

Dazu kommt eine Message, die in ihrer radikalen Art ihresgleichen sucht. Von den Medien wird vor allem die strikt vegane (also auf alle tierischen Produkte verzichtende) Ernährung der Band in den Vordergrund gestellt. Ihren „Leben und leben lassen“-Grundsatz überträgt die Gruppe auch auf zwischenmenschliche Bereiche, was in der Vergangenheit zu recht obskuren Äußerungen gegen Abtreibung führte, die EARTH CRISIS schnell den Ruf einer weltfremden Fundamentalisten-Gruppe einbrachte. Auf dem neuen Album „Gomorrah's Season Ends“ beschreibt der Track 'Forgiveness Denied', wie eine Frau nach einer Vergewaltigung den Täter erschießt. Eine Aktion, die Karl zu Recht unter „Auge um Auge“ abhakt. Er fügt jedoch im gleichen Atemzug hinzu, daß die Dame das Baby im Falle einer Schwangerschaft ja „behalten kann, wenn sie möchte“.

„Wir haben uns nun überall zu diesem Thema geäußert“, fährt er fort, als er meinen skeptischen Blick sieht. „Sogar auf CNN und MTV. Wer...

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