RH #108Interview

SEX PISTOLS

Wir sind scheiße!

Die Gerüchteküche brodelte jahrelang, doch erst seit diesem Frühjahr ist es definitiv. Englands berühmteste Punkband hat sich noch mal zusammengerauft, um zu Ende zu bringen, was sie 1978 in einem heillosen Chaos hinterließ.

Nie zuvor hat es eine Gruppe geschafft, innerhalb von schlappen zweieinhalb Jahren aktiver Existenz und mit einem einzigen regulären Album die gesamte Musikwelt aus den Angeln zu heben. Drei-Akkord-Historiker wissen, daß Johnny Rotten (Gesang), Steve Jones (Gitarre), Paul Cook (Drums) und Glen Matlock (Bass) nicht die ERSTE Punkband waren und dem Stil auch keine grundlegenden neuen musikalischen Impulse verpaßten. Dennoch galt der Vierer von seinem ersten Gig im November 1975 bis zum Abbruch der US-Tour gut zwei Jahre später als größte Skandalcombo des Planeten.

Die SEX PISTOLS waren angetreten, der Dinosaurier-Rock-Kultur der Siebziger gehörig in den Arsch zu treten. Die großen Acts waren längst zu abgehobenen Stadionlangweilern mutiert, eine rebellische Jugendkultur fand nicht mehr statt. Yes, Genesis oder die von Mr. Rotten so gehaßten Pink Floyd (er trug schon 1974 ein selbstgemaltes „I hate Pink Floyd“-Shirt) waren Konsensbands für die ganze Familie (so ein Schwachsinn! - mr). Erst die PISTOLS schafften es, mit ihren simpel gestrickten Songs, die sich 20 Jahre später witzigerweise oft wie primitiver, roher Glamrock anhören, den Begriff Rebellion wieder in die Musik zurückzubringen. Provokante Texte und Sprüche („Never trust a hippie“) sowie die...

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