RH #104Interview

TALISMAN

Phantasien von Sex und Rock´n´Roll

Das Wolkengemisch, das auf dem Cover des neuen TALISMAN-Machwerks „Life“ so einschläfernd vor sich hindröselt, paßt nun gar nicht zum Inhalt. Denn auf dem Silberling pflügen pfundige Rock-Riffs durch die Trommelfelle, und die kraftvolle Röhre von Jeff Scott Soto bläst die Spurenelemente alternativer Kommerzkacke gnadenlos aus den Gehörgängen. Die Rock-Tiere sind wieder los!

Welche Schlaftablette auch immer das Cover gepinselt hat, selten lag jemand weiter daneben. In bekannter Manier lassen Soto und Gitarrist Marcel Jacob auf „Life“ die Rock-Geister von der Leine. Und zum Glück haben beide die Verhüterli tief über die Ohren gezogen und alle Trends außen vor gelassen. Dementsprechend war auch die Reaktion von Marcel auf meine Glückwünsche für diese konsequente Haltung.

"Was meinst du mit neuerer Musik? Die gibt es doch gar nicht. Punk, Grunge, das ist doch alles alt. Und was da an angeblich Neuem kommt, ist meistens Müll. Soundgarden klauen doch nur bei Black Sabbath. Der Punk, der jetzt wieder hochkommt, ist ebenfalls alt. Es gibt keinen Grund, sich danach zu richten. „Life“ sind einfach wir. Das ist unsere Musik."

TALISMAN sind in Deutschland immer noch fast nur Insidern ein Begriff. Und das, obwohl sie schon mit ihrem Debüt 1989 die nationalen Charts in Schweden stürmten und der Nachfolger „Genesis“ vier Jahre später europaweit voll einschlug. Es folgte die erste Japan-Tour, inklusive Live-Output „Five Out Of Five“, und vor Jahresfrist die dritte Studio-Platte...

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