My Hometown

My Hometown 23.03.2016, 13:53

SUICIDAL TENDENCIES - My Hometown: Venice mit Mike Muir

Inzwischen lebt Mike Muir in Australien, doch einen großen Teil seines bisherigen Lebens hat der SUICIDAL TENDENCIES-Frontmann in der von L.A. eingemeindeten Kleindstadt Venice mit ihrem bekannten Sandstrand Venice Beach verbracht. Wie seine Jugend in dem Örtchen am Pazifik aussah und was die Serie „Miami Vice“ mit seiner Band zu tun hat, erzählt das Energiebündel im „My Hometown“-Plausch.

Mike, wurdest du in Venice geboren?

»Ich wurde nicht im Sand mit einem Surfbrett unterm Hintern geboren, sondern in einem echten Krankenhaus (lacht). Mein Elternhaus stand aber in Santa Monica, was direkt neben Venice liegt. Dort wuchs ich auf, doch die Gegend hat sich über die Jahre stark verändert. Santa Monica und Venice waren mal sehr verrückte Stadtteile. Früher lebte dort die Arbeiterklasse. Venice erinnerte manchmal nahezu an ein Ghetto. Heute ist es leider ganz anders. Inzwischen dominieren Trendsetter, die in coolen Internet-Firmen arbeiten, mit ihren schicken Autos das Stadtbild, und alle großen Unternehmen haben dort Dependancen. Als ich aufwuchs, war es eine tolle Gegend. Ich kannte nichts anderes. Wir skateten, fuhren Rad und hingen am Strand ab. Das machte großen Spaß.«

Lebst du immer noch in Venice?

»Ja und nein. Ich bin dort häufig zu Besuch, aber ich lebe inzwischen in Australien. Meine Frau ist Australierin und wünschte sich, dass unsere Kinder in ihrer Heimat aufwachsen. Santa Monica und Venice sind inzwischen auch unglaublich teuer. Man kann es sich kaum noch leisten, dort zu leben. Ich habe den Eindruck, dass alle Leute, die vorher in Beverly Hills residierten, in meine alte Heimat gezogen sind.«

Welchen Ort besuchst du immer, wenn du nach Venice kommst?

»Das Haus meiner Mutter. Wann immer ich dort bin, sehe ich die Veränderung der Gegend. Ständig wird etwas neu gebaut oder abgerissen. Aber mein Elternhaus ist ein Ort der Geborgenheit in diesem sich wandelnden Umfeld, und am Strand kann ich nach wie vor meine Batterien aufladen und fühle mich wohl. Manchmal toure ich durch die USA und wünsche mir, ein Strand wäre in der Nähe, um entspannen zu können. Wenn eine befreundete Band in meiner alten Heimat ist oder ein Familienfest ansteht, dann ist das Haus meiner Mutter meine erste Anlaufstelle. Dort treffen sich alle.«

An welchem anderen Ort in Venice entspannst du gerne?

»Mein Bruder, meine Bandkollegen und ich haben einen Lieblingsort in Venice, um Skateboard zu fahren, aber einen PKW dort zu parken, ist inzwischen so schwierig, dass wir alle zwei Stunden den Wagen umstellen bzw. ein neues Ticket ziehen müssen. Wir stellen den Alarm am Handy an, um rechtzeitig wieder am Auto zu sein, und halten ständig nach den Politessen Ausschau. Das stresst total.«

Wo gehst du in Venice am liebsten essen?

»Ein Vorteil der erwähnten Entwicklung ist, dass es dort inzwischen sehr viele gute Restaurants gibt. Man kann kulinarisch eine Menge entdecken, was ich sehr gut finde. Aber auch da hat man das Problem mit dem Parken, weswegen man sich mit dem Essen beeilen muss. Das ist nicht so schön. Mit den Leuten, die inzwischen in Venice Beach rumhängen, kann ich leider auch nicht so viel anfangen.«

Was ist dein Lieblings-Restaurant in Venice?

»Heutzutage habe ich dort gar kein Lieblings-Restaurant mehr. Früher hatte ich einen Lieblings-Mexikaner. Dort trafen wir uns immer. Aber der Laden existiert nicht mehr.«

Wo in Venice hast du die heftigste Party gefeiert?

»Das Appartement eines verstorbenen Freundes erinnert mich immer an eine Party, bei der die lokale Metal-Band No Mercy und noch einige andere Kapellen spielten. In derselben Nacht lief eine Folge der Serie „Miami Vice“, in der wir mit den Suicidal Tendencies einen Gastauftritt hatten, weswegen natürlich der Fernseher lief. Die Nachbarn waren mit diesem ganzen Rummel nicht glücklich und riefen die Polizei. Es gab einen regelrechten Aufstand, und am Ende kreisten Helikopter über unseren Köpfen. Es entwickelte sich zu einer wilden Nacht, die ich niemals vergessen werde. So war das alte Venice.«

Bands:
SUICIDAL TENDENCIES
Autor:
Conny Schiffbauer

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