My Hometown

My Hometown 22.07.2015, 14:52

HATEBREED - My Hometown: New Haven, Connecticut mit Jamey Jasta

Jamey, du wohnst im US-Bundesstaat Connecticut.

»Genau. Ich bin in New Haven aufgewachsen, lebe jetzt aber in einem Vorort. Als wir damals von Universal Records unseren ersten großen Scheck bekamen, habe ich zuerst meine kleine Tochter aus der Stadt geholt und in eine ruhigere Ecke verfrachtet.«

Was ist in New Haven für ein junges Mädchen so schlimm?

»Als ich ein Teenager war, bekam ich alles Mögliche mit: häusliche Gewalt bei den Nachbarn, Schießereien und ständig diese Polizei- und Feuerwehrsirenen. Meine Großmutter lebte schon früh in einer ländlicheren Gegend, etwas näher an Massachusetts. Als Kind fand ich es dort nicht so toll, ich konnte wegen der Grillen und Kühe kaum schlafen (lacht). Aber als ich älter wurde, lernte ich es zu schätzen, einfach mal keine Streitereien, Autos, Schüsse und Sirenen zu hören. Also zog ich dorthin. Ich bin nur ein paar Meilen von New Haven entfernt, doch es macht einen entscheidenden Unterschied. Allerdings fahre ich nach wie vor oft in die Stadt.«

Ist New Haven für bestimmte Spezialitäten bekannt?

»Oh ja! Mein Onkel arbeitet seit 45 Jahren in einem berühmten Pizza-Restaurant. Es heißt Sally´s Apizza, war sogar im „Time Magazine“ und ist wirklich legendär. Es gab einen richtigen Krieg mit dem Konkurrenten Pepe´s. Ich bin natürlich Sally´s-Fan (lacht). Leider hat es den Anschein, dass Sally´s in Kürze von Pepe´s übernommen wird. Wenn ihr also mal in New Haven auftaucht, müsst ihr euch beeilen, dort noch eine anständige Pizza zu bekommen.«

Gibt´s in der Stadt sonst noch was Spannendes?

»Ja, der originale Hamburger wurde dort angeblich in einem Laden namens Louis´ Lunch erfunden. Sie grillen ihn aufrecht, damit das Fett abläuft, und über speziellem Holz. Er wird in Weißbrot und mit Käse serviert. Das ist ein Rezept aus den Fünfzigern. Dazu kommen Zwiebeln und Senf. Wenn du nach Ketchup fragst, fliegst du raus (lacht). Kein Witz! Schon das Wort auszusprechen, ist ein Sakrileg.«

Konntest du in New Haven coole Bands live sehen, oder musstest du dafür in andere Städte fahren?

»Nein, die kamen alle zu uns. Wir liegen strategisch gut zwischen Boston und New York. Ich habe die Bad Brains mit Chuck Mosley als Sänger erlebt. Fishbone waren dort, Fugazi, die Mighty Mighty Bosstones, Danzig mit Kyuss, Rob Zombie mit Slayer und viele andere. Die Tour von Type 0 Negative, The Exploited und Biohazard war ebenfalls ein Hammer. Die spielten um die Ecke von dem Haus, in dem ich aufwuchs. Ich schlich mich nachts raus, sprang auf mein Rad und guckte mir die ganzen irren Punkrocker, Skinheads, Metalheads und Goth-Guys an.«

Wie alt warst du damals?

»Zwölf (lacht)!«

Wie sieht´s mit lokalen Bands aus? Hat New Haven eine interessante Szene?

»Dead By Wednesday sind aus der Ecke. Sie waren gerade mit Shadows Fall auf Tour. Vielleicht kennen einige Leute sie von meinem letzten „Hatework“-Sampler, wo auch Machine Head, Suicide Silence, Sworn Enemy und Killer Be Killed drauf sind. Ich mache nach wie vor CD-Compilations und keine Download-Sampler. Im Büro höre ich sogar am liebsten Vinyl. Ich finde es einfach geil, mich mit Vinyl zu beschäftigen. Man hat eine direktere Verbindung zu diesem Medium. Zuletzt war „Game Over“ von Nuclear Assault auf meinem Plattenteller. Da ist schon die A-Seite so brillant, dass man das Ding nicht mal umdrehen muss. Das hat jetzt zwar alles nix mehr mit New Haven zu tun, musste aber gesagt werden (lacht).«

Bands:
HATEBREED
Autor:
Jan Jaedike

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