Vorwort

Vorwort 19.06.2019, 08:00

Exklusivität!

Exklusivität ist ein hohes Gut. Dass die spannenden Anfänge von Dream Theater, das Beinahe-Scheitern ihres Debüts, noch nirgendwo ausführlich erzählt worden sind, mag für einige vielleicht nicht gerade weltbewegend sein, aber manchmal sind es eben die kleinen Geschichten von Menschen, die am Ende Großes leisten, die faszinieren.

Die alte „Vom Tellerwäscher zum Millionär“-Story im Musikformat, auch als „Amerikanischer Traum“ bekannt. Heute sind Dream Theater Superstars des Prog Metal. Gitarrist John Petrucci konnten wir auf Tour abfangen, aber ob wir Ur-Drummer und Ex-Sprachrohr Mike Portnoy vor das Mikrofon bekommen, war lange nicht klar. Portnoy redet seit Jahren nicht mehr über Dream Theater. Aus guten Gründen. Die Fan-Debatte, ob der weltbeste Rock-Schlagzeuger trotz 99 anderer Projekte nicht doch besser zu seiner natürlichen Stammband zurückkehrt, ist über die Jahre nicht verstummt. Erst recht, als aus beiden Lagern wieder versöhnlichere Töne zu vernehmen waren. Dennoch sollte man respektieren, dass beide Parteien diesbezüglich ihre Ruhe haben wollen. Dass Rock Hard in den Anfangstagen der Gruppe in Europa sehr hilfreich war, hat man jedoch nicht vergessen. Beide Musiker standen für die Story zur Verfügung.

Das war bei Rammstein schwieriger. Es zeichnete sich früh ab, dass die Band anscheinend keine Interviews gibt und nur einem reichweitenstarken Großverlag aus Berlin (und seinen Publikationen) ein paar kumpelhafte Minuten zugesteht. Das ist legitim, aber auch ein weiteres Zeichen für einen bedenklichen Trend von „Prominenten“, unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen und vornehmlich über eigene Kanäle mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Ist Journalismus deswegen unwichtiger geworden? Ganz im Gegenteil. Er wird in Zukunft wichtiger denn je sein.

Innerhalb der Redaktion wurde jedenfalls heiß darüber diskutiert, was zu tun ist, während zum Beispiel ein britisches Magazin sensationslüstern ein 25-Seiten-Special ohne aktuelle Original-Töne über die „crazy Krauts“ raushaute. Darauf haben wir verzichtet. Stattdessen kamen wir unserer Chronistenpflicht nach und ordnen die Geschehnisse für unsere Leser rund um das Album in einem Kommentar ein, den wir pünktlich zur Veröffentlichung in unserer App veröffentlicht haben.

Viel Spaß mit Rock Hard 386!

P.S.: Print-Leser können Geld sparen und sogar der Umwelt und dem Verlag helfen, mit weniger Ressourcen zu produzieren. Indem sie abonnieren. Noch zwei Monate zum alten Preis, ab der September-Ausgabe nehmen wir aufgrund der gestiegenen Vertriebskosten eine Preisanpassung von fünf Euro vor.

Autor:
Holger Stratmann

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