Titelstory-Blog

Titelstory-Blog 26.05.2020, 15:38

DIO - Heaven And Hell - Zum zehnten Todestag von Ronnie James Dio

Als durchsickerte, dass die Coverstory des aktuellen Rock-Hard-Hefts dem zehnten Todestag des größten Metal-Sängers aller Zeiten gewidmet sein würde, hatte ich anfänglich gemischte Gefühle. Nicht etwa deswegen, weil ich im September 1984 kurz vor dem sagenhaften DIO-Auftritt beim Monsters Of Rock Festival im Gewimmel des Karlsruher Wildpark-Stadions meine erste (und einzige) Iron-Maiden-Kutte verloren habe (Kollege und Hobbypsychologe Felix Mescoli hat daraus im Übermut bereits ein „traumatisches Verlusterlebnis” konstruiert). Nein, auch nach einer Dekade schmerzt mich persönlich der Verlust von Ronnie James Dio noch immer ungemein. Dazu muss ich wohl ein wenig weiter ausholen...

Lange vor meiner Zeit beim metallischen Marktführer tobte ich mich bei meinem eigenen Fanzine/Magazin aus, wohlgemerkt mindestens zwei Ligen unter dem Rock Hard, eine vergleichsweise kleine Nummer also. Mit einem Artikel im „Iron Pages“ konnte man in den Achtzigern/Neunzigern seine Plattenverkäufe nur schwerlich in schwindelerregende Höhen treiben. Und dennoch: Nahezu jede der zahlreichen Interview-Anfragen an den großen kleinen Mann wurde erfüllt, ob im persönlichen Gespräch auf Promotour, vor und im Ausnahmefall auch mal nach dem Auftritt oder per Telefon. (Ich kann mich nur an eine einzige Absage erinnern, als Ronnie mit argen Stimmproblemen zu kämpfen hatte und der anberaumte Phoner gecancelt werden musste.) Ronnie nahm sich Zeit für seine Fans, nicht aus schnöden kommerziellen Beweggründen, sondern weil er ein gutes Gespür für Menschen hatte und ehrliches Interesse an seiner Kunst zu schätzen wusste wie kein Zweiter. Aus diesem Grund war sein Ableben nicht nur ein riesengroßer musikalischer Verlust, sondern eben auch eine menschliche Tragödie.

All diese Gefühle und Erinnerungen waren also erst einmal zu verarbeiten, um das Thema Dio-Coverstory adäquat zu adressieren. Sämtliche Zweifel waren allerdings verflogen, als Wendy Dio ausgesprochen schnell und unkompliziert ein exklusives Telefoninterview zusagte. Ähnlich wie auch bei Jayne Andrews, der Managerin von Judas Priest, ist in der Öffentlichkeit Wendy Dio gegenüber gerade in den letzten Jahren viel schmutzige Wäsche gewaschen worden. Und nur die wenigsten hielten es für nötig, direkt mit Wendy zu reden. Das ist wohl ein Merkmal der modernen Zeit... Wer kommt dem Phänomen Ronnie James Dio bitte schön näher als seine ehemalige Ehefrau und Managerin?

Von Anfang an für diese Titelstory als Gesprächspartner gesetzt war natürlich auch David Feinstein, Gründer der US-Metal-Legende The Rods. Dave verbinden als jüngerer Cousin nicht nur Familienbande mit Ronnie James Dio, sondern auch musikalische Querverbindungen, die bis weit in die sechziger Jahre zurückreichen. Abgerundet wird der Tribut an den größten Metal-Sänger aller Zeiten durch einen Gastartikel von Doro Pesch – ein wahres Anekdotenfeuerwerk. Und nicht zu vergessen Felix Mescolis XXL-Seziertisch, den ich zwar noch nicht gelesen habe, von dem ich aber annehme, dass er sich zumindest in einem Punkt von meiner unmaßgeblichen (und wohl keineswegs mehrheitsfähigen) Meinung unterscheiden wird: Der Name des ultimativen Sängers von Black Sabbath lautet Ronnie James Dio, und deren bestes Album ist „Heaven And Hell”. Okay, das waren jetzt sogar zwei Punkte. Es darf also im Forum und anderswo gerne kontrovers (aber sportlich fair) gestritten werden...

Bands:
DIO
Autor:
Matthias Mader

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