Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 28.03.2012

THE BULLETMONKS , D-A-D , NITROVOLT - Bochum, Zeche

Ich HASSE es, in einem Livereview vom Rezensenten ein „Wegen Feierabendverkehr, Zugproblemen, Blitzeis und Opas Namenstag habe ich den Opener verpasst!“ lesen zu müssen, aber ganz im Ernst: Dass NITROVOLT aus Köln gerade ihren letzten Song spielen, als ich um Viertel nach sieben (!) die Zeche betrete - Konzertbeginn laut Homepage: 20 Uhr -, liegt nur und ausschließlich an einer beschissenen Kommunikation und an sonst nichts. Neben, vor und hinter mit stehen denn auch gerade mal zwei, drei Dutzend Frühaufsteher, die tierisch Bock auf Bier hatten und sich während des rheinischen Rotzrock-Weckrufs offensichtlich zumindest nicht enttäuscht abgewandt haben.

THE BULLETMONKS dürfen bereits nach einer ca. zweieinhalbminütigen Pause den Soundtrack zum langsam zunehmenden Einlass liefern, zocken ihren ambitionierten, gut zum Headliner passenden, aber auch wenig spektakulären Rock´n´Roll mit Siebziger-Geschmack allerdings ebenfalls gerade mal 20 (!) Minuten („Wir haben heute nur sehr wenig Zeit!“), weil um Punkt 22 Uhr die samstägliche Zechen-Disco beginnen muss. Immerhin setzen die Franken auf die alte Karte „Einsatz“ und machen am Ende kniend mit ein wenig Feedback-Gefiepe eher lustig als beeindruckend, aber irgendwie sympathisch richtig einen auf Rockstar. Man hat schon Schlechteres gesehen.

„Man muss generell mehr D-A-D hören!“, meint mein alter Kumpel Kutte schon seit Jahren immer wieder, und er hat echt nicht Unrecht, wie man - was für Profis! - bereits während (!) des Set-Openers ´A New Age Moving In´ denkt, den man von Platte als gerade mal „ganz gut“ in Erinnerung hat. Jacob Binzer (g.) ist mit seinem Zylinder, wenn es so was bei den Dänen gibt, immer noch der Ruhepol, Stig Pedersen erklimmt das Drumkit von Kollege Laust Sonne erst mal mit seinem Plexiglas-Bass (weitere wunderschöne Modelle werden folgen; zum Ende der Show hin auch die rockende Rakete) - und Frontmann Jesper „I won´t cut my hair!“ Binzer sieht mit seiner geschlossenen engen Jeansjacke und seiner Gitarre auch im gesetzteren Alter immer noch so cool aus, dass ich direkt nach der Show meine schwarze Billig-Flying-V aus meinem alten Kinderzimmer geholt habe (endlich, Mama!) und seitdem nur noch MIT umgehängter Klampfe in die Kneipe/in den Supermarkt/ins Büro gehe. Was das bringt, wird die Zukunft zeigen, bei D-A-D sorgen die Sechssaiter jedenfalls für mächtig Druck, vor allem die Hits der „No Fuel Left For The Pilgrims“/„Riskin´ It All“-Phase (u.a. ´Jihad´, ´Point Of View´, ´Grow Or Pay´, natürlich ´Sleeping My Day Away´ inklusive eines längeren Instrumental-Teils sowie die vorletzte Zugabe ´Laugh´n´A 1/2´) provozieren mächtigere Chöre, als bei jedem VfL-Spitzenspiel zu hören sind. Nach knapp hundert Minuten, vielen lustigen Ansagen („Intelligenz!“) und - eigentlich ja ´ne Unsitte - unterhaltsamen Mitsingspielchen („I want what Laust got!“) kommt man vor allem zu diesem Schluss: ´It´s After Dark´, und man würde am liebsten noch ein paar Stündchen weiterfeiern.

Setlist D-A-D:

A New Age Moving In 
Jihad 
The End
Everything Glows 
Point Of View 
Monster Philosophy 
Reconstrucdead 
Riding With Sue 
The Last Time In Neverland
Grow Or Pay 
We All Fall Down 
I Want What She´s Got 
Evil Twin 
Bad Craziness 
-------------------
The Place Of The Heart 
Sleeping My Day Away 
-------------------
Laugh´n´A 1/2 
It´s After Dark

Pic: Axel Jusseit

Bands:
THE BULLETMONKS
D-A-D
NITROVOLT
Autor:
Onlineredaktion

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