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REVIEW 9.0 25.02.1994

(Album, RH 82, 1994)

VICTORY - Liveline

Verspäteter Abschiedsgruß aus Hannover: VICTORY hatten sich Ende '92 nach zwei Farewell-Gigs mit Demon zwar bereits offiziell aufgelöst, im letzten Jahr dann aber doch noch zu einigen Festivalauftritten zusammengefunden. Die Produktion dieses Livescheibchens ist gleichzeitig Dokument des letzten gemeinsamen Auftritts. Ausschließlich um Geld kann es dabei nicht gegangen sein, denn "Liveline" ist kein ausgewimpter Nachläufer, sondern bietet noch einmal das volle Pfund, dokumentiert die brillanten Livequalitäten einer Band, die seit ihrem Debüt 1985 zu den handwerklich ausgereiftesten Melodic-Metallern Europas gezählt werden muß. "Liveline" kommt als kompakte Doppel-CD über den Deich und serviert in sattfetter Soundqualität die zahlreich vorhandenen Highlights der Ära mit Frontmann Fernando Garcia, der wie gewohnt auch eine erstklassige Gesangsleistung ablieferte, 1988 hatte Garcias Vorgänger Charlie Huhn bereits die Mark I-Epoche von VICTORY auf "That's Live" abgeschlossen. Aus der Zeit vor Fernandos '89er Einstieg mit dem wohl erfolgreichsten VICTORY-Album "Culture Killed The Native" stammt daher lediglich die '86er Nummer 'The Check's In The Mail'. Herausgekommen ist ein Album, bei dem alles stimmt - mit Ausnahme der etwas zu leise geratenen Background-Vocals - und das sich nicht nur VICTORY-Fans in den Schrank stellen sollten. Antörn-Tip: die beiden letzten Tracks von Disc 1, 'On The Loose' und 'Tribute To Ying And Yang', eine grandiose Solonummer von Gitarrenchef Herman Frank, aufbauend auf dem Thema der "Culture..."-Ballade 'Lost In The Night'.

REVIEW 23.10.1992

(Album, RH 66, 1992)

VICTORY - Rock´n´Roll Kids Forever (Best Of)

Schon Wochen vor dem Release dieser Best-of-Compilation hielt sich hartnäckig das Gerücht, VICTORY seien bundesligatrainermäßig von ihrem Label Metronome gefeuert worden - wegen grassierender Erfolglosigkeit. Bei genannter Firma drückt man dies zwar etwas harmloser aus - man habe den auslaufenden Vertrag eben nicht verlängert -, aber Tatsache ist, daß VICTORY erst einmal ohne Deal dastehen. Sicher nicht ganz unbegründet, auch wenn man von einer Combo dieser Klasse einen derartigen Karriereknick nicht erwartet hätte. In der Tat haben VICTORY mit ihren beiden ausgereiften (möglicherweise etwas überreifen) Alben "Temples Of Gold" und "You Bought It, You Name It" nur teilweise an das eingängige Hymnen-Writing der "Culture Killed The Native"-Rille anknüpfen können. Dementsprechend ist die Songauswahl auf dieser Scheibe sehr "Culture..."-lastig ausgefallen. Ein Drittel der Nummern entfallen auf das Scheibchen, mit dem VICTORY kurzzeitig den entscheidenden Durchbruch geschafft hatten - nur daß man 1989 noch nicht wußte, daß keine höheren Gipfel mehr folgen würden. Wer tatsächlich noch keinen Überblick über den Werdegang dieser Band besitzt, die mit ihrem satt groovenden Powersound-Rock'n'Roll für eine eigenständige Euro-Metal-Variante gesorgt hat, sollte zugreifen. Die Singleauskopplung von 'Lost In The Night' (übrigens beknackt ausgeblendete Version - angeblich wurde das Teil "radiotauglich überarbeitet") macht angesichts des Scorpions-Erfolgs mit 'Wimps Of Change' zwar noch einigermaßen Sinn, aber wer diesen Sampler braucht, fragt sich nicht nur unser Hauswart Fuckin' Egon, dem wir ab und zu neben ein paar ausgemusterten Doom-Grunge-Tapes auch Sachen dieser Art in die Wohnstube reichen. Der Vollständigkeit halber die Tracklist, an der es qualitativ nicht viel herumzumäkeln gibt: 'Rock'n'Roll-Kids Forever', 'On The Loose', 'Lost In The Night', 'Temples Of Gold', 'Rock-O-Matic', 'Power Strikes The Earth', 'Don't Tell No Lies', 'Backseat Rider', 'Are You Ready', 'Man On The Rund', 'No Way Tonight', 'Feel The Fire', 'Never Satisfied', 'I'm A Survivor' und die Live-Version 'Check's In The Mail' sind ohne Zweifel berechtigt, die Bezeichnung "Best-of" zu tragen. Trotzdem keine Wertung.

REVIEW 7.5 24.02.1989

(Album, RH 31, 1989)

VICTORY - Culture Killed The Native

Das Statement diverser Redakteure ("Mach du die mal, ich kenn die alten Scheiben von denen nicht so genau!") dürfte wohl bezeichnend für die Situation sein, in der VICTORY sich befinden. Trotz einiger guter Platten ist die Band das, was man eine "graue Maus" nennt. Das Interesse der Fans zu erwecken, wird daher wohl besonders schwer sein, und wenn man sich nicht bald etwas einfallen läßt, wird sich am derzeitigen Status quo nicht viel ändern. Die entscheidende Neuerung gegenüber den letzten Jahren ist bekanntlich der spanische, zuvor in der Schweiz lebende Sänger Fernando Garcia, der Charlie Huhn ersetzt. Ein Glücksgriff, denn der Neuling überzeugt mit seiner rauhen, charakteristischen Stimme, auch wenn mir Huhn ein Quentchen besser gefiel. Rein musikalisch hat sich gegenüber dem Vorgänger "Hungry Hearts" wenig geändert: VICTORY setzen nach wie vor auf frischen, eingängigen Hardrock á la Ratt ('More And More') oder Dokken ('Let It Rock On'), den man absolut professionell darbietet. VICTORY sind - soviel dürfte bekannt sein - alles andere als Grünschnäbel im Musikgeschäft, und dementsprechend sicher ist die Band bei ihren Kompositionen. Hierbei weiß vor allem die erste Seite zu gefallen, währenddessen man auf Seite zwei für meinen Geschmack etwas abbaut. Songs wie 'On The Loose', 'Let It Rock On' oder 'So They Run' fehlt der rechte Kick nach vorne. Zum Glück fangen sich VICTORY zum Schluß wieder, und 'Standing On The Edge' und 'The Warning' schließen ein wiederum insgesamt gutes Album ab, das aber einfach nicht außergewöhnlich genug ist, um in die oberen Notenränge vorzudringen. (7,5)

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