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REVIEW 8.0 14.03.2007

(Dynamit, RH 239, 2007)

TYPE 0 NEGATIVE - Dead Again

(77:33) Man hatte ja schon fast den Glauben daran verloren, dass Pete Steele und seine Mannen überhaupt noch mal zurückkehren. Aber sie haben es geschafft und knallen uns einen echten Monolithen vor den Latz, der ganz sicher nicht leicht verdaulich ist. Eins vorweg: Für die Gothic-Girlies ist diesmal erstaunlich wenig Material dabei. Höchstens das herrlich einfühlsame ´September Sun´ eignet sich zum Gruselkuscheln, ansonsten verschluckt man sich zunächst mal an so manch sperrigem Brocken. Denn NATÜRLICH reizen TYPE 0 NEGATIVE mal wieder alles bis zum letzten Extrem aus. Zehn-Minuten-Tracks sind eher die Regel denn die Ausnahme, da wird gejammt, bis der Arzt kommt, da werden Melodien und Riff-Folgen bis zur Schmerzgrenze wiederholt. Apropos wiederholen: Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass TYPE 0 NEGATIVE auch diesmal viel von sich selbst beeinflusst wurden. Hier und da tauchen Riffs und Melodien auf, die man schon in früheren Stücken des Brooklyn-Vierers gehört hat. Und wie immer bezieht sich die Band primär auf Black Sabbath, die Beatles und Jimi Hendrix. Aber irgendwie nimmt man ihnen das gar nicht übel - zumindest, wenn eine solch überzeugende Scheibe wie „Dead Again“ dabei herauskommt. Denn hat man erst mal Zugang zu diesen überdimensionalen Monumental-Songs gefunden, mag man die CD gar nicht mehr aus dem Player nehmen. Zumal der Band die wieder deutlich aggressivere Ausrichtung ganz hervorragend zu Gesicht steht. „Dead Again“ ist also eine Platte, der man Zeit geben und mit der man sich intensiv beschäftigen muss, um ihre volle Pracht zu entdecken. Aber es lohnt sich, diese Zeit zu investieren!

REVIEW 8.5 25.06.2003

(Dynamit, RH 194, 2003)

TYPE 0 NEGATIVE - Life Is Killing Me

(73:32) Fast vier geschlagene Jahre haben Peter Steele & Co. gebraucht, um mit "Life Is Killing Me" an die Öffentlichkeit zu gehen. Selbst für die nie als superschnelle Komponisten bekannten Brooklyner ist das jede Menge Holz. Das Überraschende dabei ist, dass die Zeit scheinbar nicht nur dafür verwendet wurde, neue Horizonte zu erschließen, sondern auch ausgiebig in der eigenen Vergangenheit zu kramen. Beim ersten Durchlauf des Mammutwerks bleiben sofort das smarte ´I Don´t Wanna Be Me´ und der amtlich rockende Titelsong hängen, beides treffsichere Zitate aus der "Bloody Kisses"-Periode. Das schwermütige ´Anesthesia´ hätte gut und gern auch auf dem Vorgänger "World Is Coming Down" stehen können. Das traurige Piano in Kombination mit Steeles charismatischer Stimme sind beste Garanten für eine gut situierte Gänsehaut in jeder Lebenslage. Nach dem eher sanften, mit satter Beatles-Harmonie ausstaffierten ´The Dream Is Dead´ folgt mit ´Todd´s Ship Gods´ wieder allerbestes Futter. Ein richtig schweres, fett rockendes Riff (das fatal an ´Slaydream´ vom Godsend-Debüt "As Shadows Fall" erinnert) führt zu einem wunderbar durchkomponierten Song, ausstaffiert mit allerhand Hintergrundperkussion und sehr markanter Gesangslinie. Die logische Konsequenz ´(We Were) Electrocute´ folgt auf dem Fuß. Steele erneut in Bestform, Trompeten schmettern im Hintergrund, sphärische Orgelklänge vermischen sich mit einfühlsamen Gitarrensoli. Das haben The Who in ihrer Spätphase zwar auch hin und wieder gemacht, aber in dieser Kombination ist das schlicht und einfach genial. Bei ´Less Than Zero´ kommt unüberhörbar eine Sitar zum Einsatz, erneut im Wechsel mit einer mächtig rockenden Rhythmusfraktion. Nach dem eher zerrigen ´Better Served Coldly´ und einem Instrumental wird es nach so viel Schwere und Langsamkeit endlich wieder mal richtig flott. ´I Like Goils´ ist darüber hinaus vermutlich auch einer der positivsten Songs (rein musikalisch) aus Steeles Feder. Und ´How Could She´, der folgende Song, hätte ebenfalls glänzend auf "Bloody Kisses" gepasst. Der recht experimentelle Mittelteil von "Life Is Killing Me" ist unüberhörbar zu Ende, die drei abschließenden Gassenhauer ´Nettie´, ´Angry Inch´ und ´Gimme That´ sind bestenfalls Querverweise auf bisher erschienenes Material und stellen die bis dahin etwas grimmig dreinschauende "Slow, Deep & Hard"-Fraktion endlich zufrieden. Summa summarum eine feine Scheibe. Kein Meilenstein, aber besonders im Mittelteil sehr erfrischende neue Ideen, die der Band in dieser Form nicht zuzutrauen waren.

REVIEW 9.5 22.09.1999

(Dynamit, RH 149, 1999)

TYPE 0 NEGATIVE - World Coming Down

Die lange Wartezeit hat ein Ende: Die neue TYPE 0 liegt endlich vor und wird einigen Leuten die berühmten drei Fragezeichen auf die Stirn brennen. Denn Pete Steele und seine Mannen haben Wort gehalten und ein Album abgeliefert, das auf den ersten Blick gänzlich unkommerziell wirkt. TYPE 0 klingen wieder richtig böse und kommen sehr, sehr langsam und zähflüssig daher, besonders der sperrige Opener 'White Slavery' wird so manchem 'Black No. 1'-Jünger schwer im Magen liegen. Hat man sich jedoch mal 'ne Weile mit "World Coming Down" auseinandergesetzt, verlassen die Songs das Großhirn tagelang nicht mehr. Denn bei aller boshaften Fiesheit haben sich doch wieder etliche dieser fesselnden Melodien eingeschlichen, die den Brooklyn-Vierer so unvergleichlich machen. Ein zunächst recht ausladend wirkender Elf-Minuten-Schinken wie das Titelstück wird dann plötzlich ein schlüssiges Meisterwerk, von dem man keine Sekunde überflüssig findet. Genauso wie sich auf einmal die knarzigen Gitarren bei 'Hallows Eve' mit den süßlichen Gesangslinien vertragen. Und da Steele ja ein durchaus cleverer Mensch ist, hat er natürlich nicht vergessen, mit 'Everyone I Love Is Dead' und dem überragenden 'Pyretta Blaze' zwei smoothe Dancefloor-Crusher aufzunehmen. Ebenso typisch für TYPE 0 ist allerdings die Tatsache, daß natürlich keiner dieser beiden Songs als erste Single ausgekoppelt wird. "World Coming Down" ist also wieder eine supergeile Platte mit ganz wenigen Schönheitsfehlern: 'Who Will Save The Sane' hat tatsächlich ein paar Längen, und so manche Gesangslinie kennt man schon von früheren Scheiben, was aber den Hörgenuß nur unwesentlich stört.

REVIEW 9.0 28.08.1996

(Dynamit, RH 112, 1996)

TYPE 0 NEGATIVE - October Rust

Lange musste die riesige Fangemeinde warten, doch jetzt geben Peter Steele und seine Kumpanen endlich die Antwort auf die bohrende Frage, ob sie ihren Meilenstein "Bloody Kisses" noch mal toppen können - sie können nicht. Allerdings hat das wohl kaum jemand erwartet, und enttäuschend ist "October Rust" ganz bestimmt nicht. Nur anders. Sicher, die Grundzutaten wie Steeles Monster-Bass, Joshs originelle Keyboard-Arrangements und die Zähigkeit des Tempos, in dem sich die Songs fortbewegen, sind immer noch da. Neu hingegen ist, dass Meister Steele mehr und mehr melodisch singt, die tiefen Vocals dagegen im Hintergrund stehen. Des Weiteren fällt auf, dass man an allen Ecken und Enden Einflüsse aus den später Sechzigern heraushören kann, was bedeutet, dass "October Rust" erheblich ruhiger und relaxter ausgefallen ist als sein Vorgänger. So verträumt wie etwa 'Red Water' klang nicht mal 'Summer Breeze'! Doch TYPE 0 NEGATIVE sind natürlich weit davon entfernt, ein langweiliges Album abgeliefert zu haben. Dafür sorgen alleine schon mit grandiosen Melodien gespickte Highlights wie 'Druidess', 'Wolf Moon', das überlange 'Haunted' oder das tolle Neil Young-Cover 'Cinnamon Girl'. TYPE 0 setzen anno '96 auf eingängiges, clever durchgestyltes Material und lassen die ungehobelten, bösartigen Wutattacken aus der "Slow, Deep And Hard"-Phase außen vor. Wem welcher Stil besser gefällt, ist schlussendlich reine Geschmacksfrage. Dass "October Rust" hingegen eine geile Scheibe ist, steht nicht zur Debatte, denn das ist ein Faktum.

REVIEW 10.0 27.08.1993

(Dynamit, RH 76, 1993)

TYPE 0 NEGATIVE - Bloody Kisses

So, liebe Freunde: Das ist die Platte, mit der Pete Steele allen seinen Gegnern und Neidern das Maul stopfen wird. "Bloody Kisses" ist texlich einwandfrei und musikalisch das Beste, Ergreifendste, Mitreißenste, Traurigste und Genialste, was mir in den letzten Jahren zu Ohren gekommen ist. Anders als bei "Slow, Deep And Hard", dem letzten TYPE O NEGATIVE- Studiowerk, dominieren diesmal nicht Aggression und Hass, sondern Melancholie und Bitterness. Der Großteil der Kompositionen wird von todtraurigen Melodien getragen, wobei vor allem Tastenmann Josh ganze Arbeit geleistet hat. Nur zweimal wird diese geradezu lethargische Melancholie von heftigen Hardcore-Eruptionen unterbrochen. 'We Hate Everyone' und 'Kill All The White People' heißen die beiden Stücke, die dem textlichen Inhalt entsprechend gar nicht anders hätten umgemünzt werden können. Überhaupt findet man auf "Bloody Kisses" ein einzigartiges Zusammenspiel zwischen den Texten und der Musik. So erlebt der Hörer 76 Minuten lang eine Odyssee durch Steeles Erlebnisberichte und Gedankengänge. Das ist einmalig, zumal es durch unheilverkündende Keyboard- und Bass-lastige Gothic-Kompositionen sowie Sirenen-artige Gitarrenriffs klanglich wiedergegeben wird. Und ein Song wie 'Black No.1', der eigentlich nichts anderes als pechschwarzer Heavy Metal ist, hat sogar Hitcharakter. Da bei der Produktion alles perfekt ist und bis zum kleinsten Fingerschnipser detailgetreu gearbeitet wurde, bleibt mir nur noch, dieser Scheibe, die eigentlich unser Bewertungsystem sprengt,10 Punkte zu geben und festzustellen, dass "Bloody Kisses" für mich - rein subjektiv- die Platte des Jahrzehnts ist.

REVIEW 26.06.1992

(Album, RH 63, 1992)

TYPE 0 NEGATIVE - The Origin Of The Feces

Ich will gar nicht erst mit der Pro/Contra-Peter Steele-Diskussion anfangen, sondern zunächst mal festhalten, daß es sich hier um eine Live-Mini-LP handelt, bei der fast durchweg altbekanntes TYPE 0-Material enthalten ist, was den Release eigentlich fraglich erscheinen läßt. Andererseits sind die Songs an sich derart umarrangiert, daß selbst ich als Liebhaber dieser Band Schwierigkeiten hatte, die Songs auf Anhieb zu erkennen. Monsieur Steele ist mit den auf dem "Slow, Deep And Hard" betitelten Debüt vertretenen Versionen nicht zufrieden und nutzt diese Live-EP als Plattform, um der Welt zu zeigen, wie denn die Songs heute klingen. Konsequenterweise hat er diesen Tracks auch gleich neue, kurze und somit prägnantere Titel gegeben, wie etwa 'Kill You Tonight', 'I Know You're Fucking Someone Else', 'Gravity' oder Pain'. Die Scheibe an sich vermittelt eine sehr merkwürdige Atmosphäre, denn es ist nicht zu überhören, daß große Teile des Publikums die Band nicht leiden können, sie beschimpfen und mit Gegenständen bewerfen, was alles natürlich so belassen und nicht, wie bei anderen Bands üblich, mittels Samples geschönt wurde. Mit der kaputten Hendrix-Coverversion 'Hey Joe', die in 'Hey Pete' umgetauft wurde, taucht schlußendlich auch noch ein unveröffentlichter Song auf dieser doch äußerst eigenartigen Mini-LP auf, die ich an dieser Stelle nicht benoten möchte, weil eine vernünftige Bewertungsgrundlage (sprich: neues Material) fehlt. Nur soviel: Egal, wieviele Haßbriefe und Morddrohungen ich auch in Zukunft deswegen erhalten werde - ich stehe auf TYPE 0 NEGATIVE, musikalisch und größtenteils auch textlich (weniger auf einige von Steeles Interviewstatements), und werde die Band auch weiterhin unterstützen, solange sie so gute Musik wie bisher macht. Ob ihnen das gelingt, wird die voraussichtlich im Herbst erscheinende zweite LP "Things Worse Than Dead" zeigen. P.S.: Das Cover zu "The Origin Of The Feces" ist wirklich geschmacklos!

REVIEW 10.0 24.05.1991

(Dynamit, RH 51, 1991)

TYPE 0 NEGATIVE - Slow, Deep And Hard

Einen passenderen Titel hätte es für dieses Album nicht geben können. Ex-Carnivore-Mainman Peter Steele und seine neue Band haben hier eine Platte vorgelegt, die an Intensität und Brutalität nicht mehr zu überbieten sein dürfte. Allerdings kann man den Sound von TYPE 0 NEGATIVE nur noch bedingt mit den meiner Meinung nach exzellenten Carnivore-Scheiben vergleichen, denn TYPE 0 NEGATIVE klingen bösartiger, gemeiner, industrial- und doommäßiger. Oder kennt ihr eine Platte, bei der man im Hintergrund Preßlufthämmer hört? Gerade Effekte wie dieser oder dumpfe Schläge mit einem Eisenhammer auf eine Metallwand untermalen die megabrutalen, zähflüssigen Kompositionen, die eine bedrohliche, endzeitmäßige Atmosphäre erzeugen. "Slow, Deep And Hard" ist von vorne bis hinten depressiv. Das Album spiegelt die Welt aus der Sicht eines verbitterten, zynischen und haßerfüllten Menschen wider, der die Gabe besitzt, seine Emotionen in Form von Musik auszudrücken. Peter schreit sich seinen Haß und seinen Frust von der Seele, und der dazugehörige morbide Doomcore zieht dich in eine Welt voller Gewalt, Sex und Selbstmordgedanken. "Slow, Deep And Hard" ist ein Album wie kein anderes, denn wenn ich hier "brutal" sage, dann meine ich den eigentlichen Sinn des Wortes und kein präpubertäres Death Metal-Geschrubbe. Die Texte? Hm, wenn man will, könnte man in einen Song wie 'Der Untermensch' etwas Faschistoides hineininterpretieren. Man muß aber wirklich mit der Lupe nach Anspielungen suchen und kann sich da auch in etwas hineinsteigern, das gar nicht existent ist. Sicher, Lyrics wie 'Unsuccessfully Coping With The Natural Beauty Of Infidelity' (welches eine Art Nachfolger von 'Male Supremacy' vom ersten Carnivore-Album zu sein scheint) oder 'Gravitational Constant G = 6.67 x 10 cm gm sec' (der eigenartigste Songtitel aller Zeiten!) sind harter Tobak, aber politisch wertfrei. Es ist einfach ein Haß gegen die Gesellschaft, der sich da widerspiegelt. Ich gebe 10 Punkte und keinen weniger für das bisher ungewöhnlichste Metal-Album der Neunziger Jahre.

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