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REVIEW 9.0 30.08.2019, 09:35

(Album)

TOOL - Fear Inoculum

Waren 13 Jahre Albumpause ein paar zu viel? Vielleicht, denn diese völlig jenseitigen Geniestreiche, die die bisherigen TOOL-Alben so unfassbar beeindruckend machten, fehlen auf „Fear Inoculum“ leider ein wenig. In ´Pneuma´ werden relativ gewöhnliche Hauptmotive zu oft wiederholt, bei ´Culling Voices´ erwartet man ein melodisches Mehr, das nie ganz kommt, und das Quasi-Drumsolo ´Chocolate Chip Trip´ ist zwar wie alles auf dem Album technisch überwältigend, aber schon beim zweiten Durchlauf ein wenig ausgeblichen. In der B-Note ist „Fear Inoculum“ eine glatte Zehn –Wahnsinns-Arrangements, viele grandiose Details, anbetungswürdiger Sound –, doch die vier Herren wirken streckenweise etwas zu zahm und so, als wären sie am Ende des Tages vielleicht doch „nur“ von unserer Welt. Dass sie letztlich, puh!, doch vom Planeten HD 26965 kommen, beweisen sie mit den erhabenen, magischen Hooklines im zwischendurch fast meditativen Titeltrack, den perfekten Vocals/Gitarren-Verzahnungen in ´Invincible´, der beinahe altersweisen Entspanntheit in ´Descending´, die in einen monumental-monströsen Trip durch die tiefsten Tiefen des Alls mündet, und dem abschließenden 16-Minüter ´7empest´, in dem plötzlich der ganze begnadete Wahnsinn und die gigatonnenschwere Sternenzerstörer-Aggressivität wieder da sind, deretwegen TOOL seit gefühlten Äonen in ihrer völlig eigenen Liga spielen. Beam me up, boys!

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