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REVIEW 8.0 23.05.2018

(Dynamit, RH 373, 2018)

GRAVEYARD - Peace

Manchmal kann ein Konflikt ja ganz hilfreich sein, um die Leidenschaft am geliebt-gehassten Beruf neu zu entfachen. Auf dem letzten GRAVEYARD-Konzert, dem ich beiwohnte, hatte die Band mit einer matten Blues-Nummer ihren Set als Festival-Headliner (!) zur Prime Time eröffnet. Kann man ja mal „versehentlich“ machen, dennoch schleppte sich das Quartett mehr schlecht als recht durch das Konzert, um sich kurz danach aufzulösen. Die Attitüde ist jetzt zum Glück eine ganz andere. ´It Ain´t Over Yet´ (der Name ist Programm) tritt gleich zu Beginn des Albums ziemlich kurzweilig die Tür ein, um vom pfiffigen Rocker ´Cold Love´ abgelöst zu werden. In dem hitverdächtigen Titel singt Joakim von der Liebe wie einem Wesen, das ihn verfolgt und mitunter auch gehörig auf den Wecker geht. Cooler Vergleich. Man merkt, dass die Band willens ist, in der neuen Besetzung gleich eine kreative Höchstleistung zu vollbringen. ´See The Day´ ist allerdings nur ein nettes, ruhiges Zwischenspiel, und auch die erste Single ´Please Don´t´ wird wohl kein großer Ohrwurm werden. ´Walk On´ (mit flottem Jam) und die (fast schon obligatorische) Blues-Ballade ´Del Manic´ mit tiefer Johnny-Cash-Grabesstimme sind aber starke Albumtracks, genauso wie die letzten drei Songs, die munter drauflosrocken und kein Stück wie die allerorts übliche Auffüll-Ware erscheinen. Das dynamische wie mutige „Innocence & Decadence“-Album kann man am Ende nicht toppen. Dafür fehlt den GRAVEYARD-Boys nach dem ganzen Trouble wahrscheinlich auch die Leichtigkeit. Ein richtig gutes Comeback mit zahlreichen guten Songs ist das hier trotzdem. GRAVEYARD haben Gott sei Dank ihren Frieden gefunden.

REVIEW 7.0 23.05.2018

(Album, RH 373, 2018)

ALIEN WEAPONRY - Tü

Dieses neuseeländische Trio gehörte noch vor kurzem zu den jüngsten Newcomern der weltweiten Metal-Szene. In sympathischen YouTube-Videos erzählen die drei Boys (zwei von ihnen 15, einer 17 Jahre alt) von ihren Band-Abenteuern, die der neuseeländische Führerschein auf Probe überhaupt erst möglich machte. Man muss schon schmunzeln, wenn die Teenager ihren „bedrohlichen“ Maori-Blick aufsetzen (zwei von ihnen besuchten eine Maori-Schule und beherrschen deshalb die Sprache der neuseeländischen Ureinwohner) und für die Rechte der Unterdrückten eintreten. Aber letztlich zeigt das nur, dass sie die DNA des Metal im Blut haben und vor allem viel motivierter als ihre konsumorientierten Altersgenossen sind, die den ganzen Tag vor Bildschirmen verbringen. Ihr Debüt „T?“ ist so transparent wie druckvoll produziert und vor allem so aufgeräumt arrangiert, dass man es einigen alten Businesshasen, die jegliche Klarheit vermissen lassen, eigentlich mal vorspielen müsste. ALIEN WEAPONRY sind gut darin, dynamische Schlachthymnen im Sepultura-Stil zu schreiben, die in Verbindung mit den einfachen Trio-Arrangements und Maori-Lyrics eine erstaunliche Wucht entfalten können. Es klingt authentisch und auf gewisse Art auch originell, trotz der mehr als eindeutigen Vorbilder (zu denen natürlich auch Metallica zählen). Schade ist nur, dass man ein bisschen zu oft im abgedämpften Stakkato-Thrash-Rhythmus herumhackt. Auf Dauer ist das etwas ermüdend. Ich find´s aber klasse, dass es so etwas überhaupt gibt, und bin mir angesichts von zahlreichen YouTube-Usern, die die Band verfolgen, sicher, dass die drei Kämpfer aus Ozeanien nicht so schnell aufgeben werden. Maori Metal rules!

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