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REVIEW 25.07.2012

(DVD - Musik, RH 303, 2012)

STRATOVARIUS - Flaming Winter Skies

(Ear Music/Edel) Am 31. Januar diesen Jahres ging Jörg Michael in Guatemala City zum letzten Mal mit STRATOVARIUS auf die Bühne. Zuvor verabschiedete sich der deutsche Schlagzeuger im Rahmen einer Finnland-Tour von den europäischen Fans. Den Auftritt in Tampere im November 2011 hat man bei dieser Gelegenheit mitgeschnitten und präsentiert ihn jetzt in Form dieser DVD. Fast zwei Stunden stand die Band an diesem Abend auf den Brettern und reicherte ihren Set neben dem üblichen Alt-und-neu-Mix auch mit zwei Coverversionen an: ´Burn´ (Deep Purple, rockt ordentlich) und ´Behind Blue Eyes´ (The Who, sehr gelungen!). Bild- und Tonqualität sind einwandfrei, die Performance klingt fast schon zu perfekt, um unbearbeitet zu sein, andererseits wirken speziell Timo Kotipeltos Vocals roh und ungefiltert. Angereichert wird die DVD durch ein schönes Booklet mit vielen Fotos und ein Kurzinterview mit Jörg Michael, der bei dieser Show mit so viel Freude bei der Sache ist, dass man gar nicht glauben mag, dass dieser Mann nun nicht mehr mit STRATOVARIUS touren wird. Die Erklärung hierfür liefert er in der halbstündigen Doku, die generell recht interessant und unterhaltsam ist. Rolf Pilve heißt der Mann, der fortan bei STRATOVARIUS die Felle verdreschen wird. Es dürfte keinen Zweifel geben, dass die Band mit dem 24-jährigen Finnen einen Mann ausgewählt hat, der spieltechnisch in der Lage ist, Jörg Michael zu ersetzen. Allerdings war Jörg nicht einfach nur ein sehr guter Drummer, sondern hatte auch Persönlichkeit und einen speziellen Stil. Ob Pilve in diese Rolle hineinwachsen kann, bleibt abzuwarten. Dem aktuellen Gitarristen Matias Kupiainen ist es bislang ja auch nur in technischer Hinsicht gelungen, die Lücke zu schließen, die einst Timo Tolkki hinterlassen hat. So etwas wie Charisma hat Kupiainen auf der Bühne bislang nicht entwickelt, wie man auf dieser DVD sehen kann. Man wünscht dem Mann etwas von der Lässigkeit, die Basser Lauri Porra ausstrahlt. Gleichermaßen ist man aber auf jeden Fall bereit, dieser Band weiteren Kredit zu geben. Schließlich war das letzte Studioalbum „Elysium“ wieder richtig stark.

REVIEW 8.0 20.05.2009

(Album, RH 265, 2009)

STRATOVARIUS - Polaris

Earmusic/Edel (56:03) Anstatt direkt den sicheren Weg zu wählen, zurück zu den ekstatischen Erfolgshymnen der „Visions“-Phase, knüpft „Polaris“ zunächst dort an, wo STRATOVARIUS vor dem Seifenopern-Ausstieg von Gitarrist Timo Tolkki aufgehört haben. Der Opener ´Deep Unknown´ ist ein starker, positiver, aber ziemlich trockener Uptempo-Song, dessen prinzipiell eingängiger Refrain in der Mitte von einem leicht sperrigen Break durchbrochen wird. Es folgen mit ´Falling Star´ und ´King Of Nothing´ zwei Midtempo-Stücke, das eine beschwingt, das andere etwas düsterer, bevor die Finnen mit dem hervorragenden ´Blind´ dann doch eine dieser großen, jubilierenden Hymne alter Schule zaubern. Von denen gibt es noch zwei weitere, nämlich ´Forever Is Today´ und ´Higher We Go´. In diesen Momenten macht „Polaris“ am meisten Spaß: wenn STRATOVARIUS in die Vollen gehen, wenn die Doublebass donnert, die Gitarren krachen und Timo Kotipeltos Stimme, getragen von mächtigen Keyboard-Teppichen, höchste Höhen erklimmt. In diesen Momenten zeigen die Finnen, dass sie auch ohne Tolkki alles können und Gitarrist Matias Kupiainen ein absolut gleichwertiger Ersatz ist. Entsprechend ist der Tiefpunkt dieses Albums der dunkle, lahme und mangels zwingender Melodien komplett belanglose Zweiteiler ´Emancipation Suite´. Der ist aber auch schon der einzige Ausfall eines Albums, das nicht die Klasse von Meisterwerken wie „Fourth Dimension“ oder „Episode“ hat, aber immerhin nah dran ist und Lust auf die Zukunft dieser Band macht.

REVIEW 9.0 24.08.2005

(Album, RH 220, 2005)

STRATOVARIUS - Stratovarius

(49:21) Skandale, Streitereien, Gerüchte, Falschinformationen, totales Chaos - das ist das, was einem zu den letzten 15 Monaten STRATOVARIUS so einfällt. Da vergisst man schon fast mal, welch unglaubliches Potenzial in dieser Truppe eigentlich steckt. Glücklicherweise scheinen die negativen Dinge der jüngeren Vergangenheit überwunden zu sein, man hat sich zumindest zusammengerauft und ein neues Album aufgenommen. Und genau daran sollte man STARTOVARIUS nun wieder messen, denn es ist ein verdammt starkes Teil geworden, das die beiden „Elements“-Scheiben lockerst in die Tasche steckt. Vor allen Dingen haben Timo Tolkki und seine Mannen den überfälligen Mut zur Veränderung bewiesen. Endlich verzichten sie auf die klassischen schnellen Doublebass-Schredder-Nummern - davon hat die Band in ihrer Karriere eh so viele gute geschrieben, dass sie sich fast zwangsweise wiederholen musste. Auch das Maß an Pomp und Bombast wurde deutlich zurückgefahren, die Produktion aufs Nötigste reduziert. Denn das Songmaterial auf dieser Platte spricht für sich, da muss nix unnötig zugekleistert werden. ´Just Carry On´, ´Gypsy In Me´ oder ´Götterdämmerung (Zenith Of Power)´ sind wundervoll groovende Midtempo-Rocker mit extrem hohem Ohrwurm-Faktor, ´Maniac Dance´ ist eine völlig untypische und giftige Single, die Texte sprühen vor Witz (´The Land Of Ice And Snow´), stecken aber auch voller Ärger und Selbstkritik. Ein letztes ganz großes Plus ist, dass Tolkki beim Songwriting offenbar deutlich mehr Rücksicht auf seinen Kollegen Kotipelto genommen und die Songs so angelegt hat, dass der nicht mehr permanent an die Grenzen der stimmlichen Belastbarkeit gehen muss. Und dem Gesamtsound tut es richtig gut, dass Kotipelto mal ein paar Lagen tiefer singen kann. Ergibt unterm Strich neun Punkte mit drei ganz dicken Ausrufezeichen!!!

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