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REVIEW 7.5 26.04.2017

(Album, RH 360, 2017)

LES DISCRETS - Prédateurs

Gerade Musiker, die schon früh in ihrer Karriere an einer der vielen Genregrenzen des Metal herumexperimentieren, erliegen ja später in ihrer Laufbahn oft dem Irrtum, dass ein endgültiges Überschreiten ebenjener Grenze bereits allein als Großtat zu gelten habe und einen donnernden Applaus wert sei - stolz erzählt man dann, man habe ja ach so wichtige „künstlerische Fortschritte gemacht“, bla und blubb. News for you, liebe Leute: Ein kleiner musikalischer Schritt für euch ist noch lange kein großer Schritt für die Menschheit. Leider erliegt nun auch Fursy Teyssier dieser Selbsttäuschung und meint, Großkunst zu machen. Mit seinem Dauerprojekt LES DISCRETS wie auch mit Amesoeurs und Alcest war der Franzose, gemeinsam mit seinem Landsmann Neige, maßgeblich an der Entwicklung des Kuschel-Black-Metal beteiligt; einem kleinen, aber feinen Subgenre, das atmosphärisch-melancholische Gitarrenwände mit lieblichem Klargesang und harsches Gekeife mit dem Entrückungsversprechen elektronischer Ambient-Musik verbindet. Mit seinem dritten Vollalbum jedoch verlassen uns LES DISCRETS fast völlig in Richtung Electronica. Das Ergebnis fällt nicht so kitschsatt aus, wie ein erster Durchlauf wirkte: Teyssier gelingen hübsche TripHop-Skizzen, er beweist auch hier sein Gespür für verschachtelte, zugleich elegant gleitende Arrangements. Nur: Das hat man alles in den Neunzigern deutlich intensiver gehört (erneut an dieser Stelle: Portishead!). Und wer einen wirklich morbiden Film- oder Serien-Soundtrack sucht, wie ihn das Presse-Info zum Album verspricht, der möge sich an die Untotenmeditation „Les Revenants“ von Mogwai halten. Zum Verstrahlt-aus-dem-Zugfenster-Starren langt´s dann aber trotzdem locker.

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