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REVIEW 9.0 14.12.1990

(Album, RH 46, 1990)

HANOI ROCKS - Tracks From A Broken Dream

Unveröffentlichtes und B-Seiten-Material von einer der zu ihrer Zeit verkanntesten und Ende der Achtziger tausendfach als Einfluß genannten Bands. "Tracks From A Broken Dream" ist eine Art "Best-of"-Album der Raritäten. Michael Monroe, Andy McCoy, Nasty Suicide, Sam Yaffa und der zu früh verstorbene Razzle spielen sich mit vier Songs durch eine Tommy Vance-Session. Die dort feilgebotenen Nummern, darunter u.a. 'Boulevard Of Broken Dreams' und 'Don't Ever Leave Me' zeichnen sich im Gegensatz zu ihren Studioversionen durch mehr Heiserkeit bei Michael Monroe und aggressivere Gitarrenattitüden aus. Wirklich unverzichtbarer Stoff für Fans und Sammler sind dagegen neben den astreinen R&B-Nummern 'Oil & Gasoline' (12"-Bonus-Track) und 'Rebel On The Run' (7"-B-Seite) die sechs bisher in diesen Versionen unveröffentlichten Nummern der Compilation. 'Malibu Calypso' (wurde mal als B-Seite der "Don't Ever Leave Me"-Maxi releast) ist eine spinnerte, Cocktail-kompatible Interpretation der HANOI ROCKS-Nummer 'Malibu Beach Nightmare', 'Problem Child' liegt irgendwo zwischen 'Problems' von den Sex Pistols, AC/DCsgleichnamigem Song und einer fiktiven Iggy-Nummer. Mit 'Do The Duck' und 'I Love You' wandelt die erste aller Neuposer-Bands auf humoristischen Lalala-Pfaden. 'Willing To Cross The Ocean' und 'It's Too Late' - die beiden übrigen Erstveröffentlichungen - sind von weniger leichter, eher düster-bluesiger Handschrift. Letzterer Song könnte als Farewell fürRazzle verstanden sein. Dieser Rare-Track-Sampler leistet als Einstiegsdroge für künftige Fans gute Dienste. Für Altfans und eingeschworene Sleazer hat er außer dem Sammlerbonuseffekt noch die Funktion einer kongenialen Erinnerung an die "gute alte naive Zeit" des frühen '80er-Rock'n'Rolls. Neun Punkte plus!

REVIEW

(Album)

HANOI ROCKS - Back To Mystery City

HANOI ROCKS waren ihrer Zeit ein wenig voraus. Anfang der Achtziger krähte jedenfalls kein Hahn mehr nach richtig geilem Glam-Rock. Die Zeiten von The Sweet, T. Rex oder den New York Dolls waren längst vorbei, und ein Revival war nicht in Sicht. Und trotzdem konnten die Finnen vor allem in England beachtliche Erfolge feiern, und auch in den USA standen sie kurz vor dem Durchbruch - bis ihr Drummer Razzle bei einem Autounfall ums Leben kam (am Steuer des Wagens saß bekanntlich der sturzbetrunkene Mötley Crüe-Sänger Vince Neil) und die Band daran zerbrach. In Deutschland sind HANOI ROCKS erst viel später zum Kult-Act erkoren worden. Als sie 1984 in der Frankfurter Batschkapp auf ihrer ersten (und meines Wissens nach auch einzigen) Tour hierzulande auftraten, verirrten sich exakt 96 zahlende Gäste in dem Club. Und die guckten etwas irritiert, als fünf extrem gestylte, total betrunkene Poser auf die Bühne stolperten - und rasteten dann komplett aus, als HANOI ROCKS mit ihrem geilen Glam-Rock´n´Roll den Leuten erst mal ordentlich in den Arsch kickten. „Back To Mystery City" gilt als die beste Platte von HANOI ROCKS, weil hier schlichtweg die meisten Hits enthalten sind. Als Beispiel seien das hart rockende ´Malibu Beach Nightmare´, das Stadionkurven-taugliche ´Mental Beat´ oder die wunderhübsche, herrlich kitschige Ballade ´Until I Get You´ genannt - nicht zu vergessen das fulminante Titelstück. Das ist Rock´n´Roll vom Feinsten!

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