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REVIEW 9.0 24.09.2014

(Dynamit, RH 329, 2014)

EXODUS - Blood In, Blood Out

Nuclear Blast/Warner (62:19) Andeutungen, dass sich das aktuelle EXODUS-Album auf Großtaten wie „Bonded By Blood“ oder „Fabulous Disaster“ bezieht, gab es schon länger. Von einer Abkehr von den überlangen Songs der Vorgängeralben war die Rede, davon, dass man stattdessen vermehrt auf Eingängigkeit und - natürlich - packende Riffs setzen würde. „Blood In, Blood Out“ rechtfertigt die Vorschusslorbeeren und überrascht mit einem ultrabrutalen Eröffnungstriple, bei dem sich die Stimme von Zetro phasenweise zu überschlagen droht (und die genau in diesen Momenten Erinnerungen an Paul Baloff heraufbeschwört), ehe sich der Pulverdampf lichtet und man Zeit für eine erste Analyse findet. Punkt 1: Zetros Gesang verpasst der Band deutlich mehr Charakter und beamt den Hörer zurück in die Hochzeit des Bay-Area-Thrash. Punkt 2: Der organische Sound, bei dem der Bass endlich mal gleichberechtigt neben den gnadenlos sägenden Gitarren der Herren Altus und Holt zu hören ist, trägt dazu bei, dass sich der teuflische Groove von Drummer Tom Hunting voll entfalten kann. Punkt 3: Im letzten Drittel des Albums treten Gary Holt & Co. das Gaspedal nicht mehr ganz so entschieden durch, sondern setzen stattdessen auch mal auf fiese Midtempo-Riffs (´My Last Nerve´, ´Food For The Worms´), die man sich mit ein wenig Fantasie auch in Slayer-Songs vorstellen könnte. Unterm Strich ist „Blood In, Blood Out“, das mit Kirk Hammett und Chuck Billy prominente Gastmusiker auffährt, eine gelungene Verbindung von alter und neuer Schule, wobei dem Quintett der Spagat zwischen Raserei und Eingängigkeit ausnehmend gut gelingt. Auch 2014 gehören EXODUS zur Speerspitze der Extrem-Metal-Bands!

REVIEW 9.0 21.04.2010

(Album des Monats, RH 276, 2010)

EXODUS - Exhibit B: The Human Condition

Es ist schon erstaunlich, wo das Duo Gary Holt/Lee Altus immer wieder diese arschgeilen Riffs herholt. Und machen wir uns nix vor: Diese Riffs sind das Lebenselixier von EXODUS. Ich meine, hört euch mal Dampfwalzen wie ´Burn, Hollywood, Burn´, ´Beyond The Pale´, ´Good Riddance´ oder ´Class Dismissed (A Hate Primer)´ an und spürt diese unheilvolle Mischung aus Adrenalin, Testosteron und purer Gewalt. Danach bleiben eigentlich keine Fragen mehr offen. Aber selbstverständlich lebt ein guter Song nicht alleine von tollen Riffs. Die Art und Weise, wie Tom Hunting am Schlagzeug für den wuchtigen Unterbau sorgt, ist mehr als beeindruckend. Spektakuläres Drumming, das sich trotzdem nie in den Vordergrund drängt. Front-Asi Rob Dukes hat sich auch längst freigeschwommen, pöbelt und röhrt mit seinem markanten Organ und wirkt dabei nicht nur aufgrund seiner imposanten Erscheinung jederzeit bedrohlich. Zur Not kann er´s aber auch mal mit Melodie, wie etwa bei ´Democide´ oder ´Nanking´, den beiden Tracks, bei denen EXODUS das Gaspedal mal nicht bis zum Boden durchtreten. Und nicht unterschlagen darf man natürlich auch die feine Klinge, die Holt und Altus bei ihren zahllosen Soloduellen schwingen. Somit ist „Exhibit B: The Human Condition“ der logische und konsequente Nachfolger des Vorgängerwerks „The Atrocity Exhibition“, jedoch mit einem klitzekleinen Makel: Die Platte ist zu lang. Gerade ´The Sun Is My Destroyer´ und ´Downfall´ wirken etwas zu langatmig. Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass dieses Teil ein Pflichtkauf für jeden Thrasher ist.

REVIEW 10.0 22.10.2008

(Album, RH 258, 2008)

EXODUS - Let There Be Blood

Zaentz/Soulfood (42:52) Geht das überhaupt? Kann man ein Album wie das EXODUS-Debüt „Bonded By Blood" tatsächlich neu einspielen, ohne dabei die Atmosphäre und Authentizität zu zerstören? Das Original ist eine Zehn-Punkte-Platte, die als Blaupause des Thrash Metal gilt und von vielen als stilprägender als Metallicas „Ride The Lightning" oder Slayers „Reign In Blood" angesehen wird. Was anfangs wie eine wenig gute Idee wirkte - auch weil von der Urbesetzung lediglich noch Tom Hunting (dr.) und Gary Holt (g.) an Bord sind und es scheinbar unmöglich schien, die kranken Vocals von Paul Baloff zu reproduzieren -, überzeugt letzten Endes doch, denn mit „Let There Be Blood" hat es die Band tatsächlich geschafft, diesem Monumentalwerk ein Denkmal zu setzen. Dafür sorgen die deutlich druckvollere Produktion und der tödliche Groove, der das phasenweise hektische Riffing von „Bonded By Blood" auf das nächsthöhere Level hievt. Dazu kommt eine brillante Vorstellung von Sänger Rob Dukes, der die Hommage an Paul Baloff perfekt abrundet. Ich kann mich an keine andere Neueinspielung erinnern, die so gekonnt den Old-School-Spirit eingefangen und gleichzeitig mit zusätzlichem Druck versorgt hat. Und weil das Songmaterial sowieso über jeden Zweifel erhaben ist und als Bonus der legendäre Demo-Song ´Hell´s Breath´ erstmalig zu CD-Ehren kommt, kann es für „Let There Be Blood" folgerichtig nichts anderes als die Höchstnote geben.

REVIEW 9.0 17.10.2007

(Album des Monats, RH 246, 2007)

EXODUS - The Atrocity Exhibition (Exhibit A)

(71:42) Es wird derzeit viel geredet von einem Thrash-Metal-Comeback. So ganz glaube ich noch nicht daran, aber wenn es eine Platte gibt, die diesem Genre zu neuer Energie verhelfen kann, dann ist das die neue EXODUS. Man kann nicht von der Hand weisen, dass es momentan viele junge Thrash-Bands gibt, die ihrer Szene mit guten Veröffentlichungen wichtige Impulse geben. Aber wenn die Großmeister aus der Bay Area mal wieder zu einem echten Vernichtungsschlag ansetzen, dann hat das halt doch noch eine andere Qualität. Zieht euch mal Riffmassaker wie ´Funeral Hymn´, ´The Garden Of Bleeding´ oder ´Bedlam 1-2-3´ rein, und ihr werdet merken, dass nur sehr wenige Konkurrenten dem begnadeten Gitarrenduo Gary Holt/Lee Altus das Wasser reichen können. Ich bin mir sicher, dass diese Tracks in Zukunft ein fester Bestandteil der EXODUS-Liveshows sind und dort keinen Millimeter gegenüber den alten Bandklassikern abfallen werden. Aber EXODUS können´s nicht nur auf „full speed“. Bei ´Children Of A Worthless God´ oder ´As It Was, As It Soon Shall Be´ geht´s zur Not auch mal mit halber Geschwindigkeit, dafür aber mit viel Gefühl und Melodie - aber ohne, dass sie auch nur ansatzweise an Wucht verlieren. Eine starke Performance liefert dabei auch Frontrüpel Rob Dukes ab, der stimmlich noch ein bisschen näher an seinen Vorgänger Zetro herangerückt ist. „The Atrocity Exhibition (Exhibit A)“ ist definitiv im oberen Drittel der EXODUS-Diskografie anzusiedeln. Ein Pflichtkauf für Thrash-Lunatics und andere Leute, die es hart, schnell und stilvoll lieben. P.S.: Hier lohnt es sich sogar mal, den versteckten Bonustrack zu entdecken. ´Bonded By Blood´ in einer Banjo-Version, gesungen von Tom Hunting. Hat was...

REVIEW 8.5 21.09.2005

(Dynamit, RH 221, 2005)

EXODUS - Shovel Headed Kill Machine

(52:58) Zieht man die Umstände in Betracht, unter denen EXODUS-Leader Gary Holt das nunmehr siebte Studioalbum konzipieren musste, dann kann man vor seiner Leistung einfach nur den Hut ziehen. Drei Bandmitglieder, die den EXODUS-Sound im Laufe der Jahre mehr als nur mitgeprägt haben, mussten ersetzt werden - und das aus Gründen, die nicht nur dem Hauptbeteiligten gewaltig an die Nieren gegangen sind. Mit Ex-Heathen/Die-Krupps-Riffgott Lee Altus und Ex-Forbidden/Slayer-Drummer Paul Bostaph hat Holt zumindest die Instrumentalpositionen mehr als adäquat besetzt. Doch alle Augen richten sich nach der unschönen Trennung von Steve „Zetro“ Souza auf den Sängerposten, der fortan vom unbeschriebenen Blatt Rob Dukes eingenommen wird. Eins vorweg: „Shovel Headed Kill Machine“ ist nicht ganz so stark ausgefallen wie das Comebackalbum „Tempo Of The Damned“, und einen Übersong wie ´War Is My Sheppard´ sucht man auf der neuen, von Starproduzent Andy Sneap meisterhaft abgemischten Langrille auch vergeblich. Allerdings ist „Shovel Headed Kill Machine“ nach mehrmaligem Hören nahe dran am 2004er Werk und setzt mehrere markante Duftmarken. Dukes gelingt es, wie eine Mischung aus Baloff und Souza zu klingen, Altus und Bostaph fügen sich nahtlos ins Bandgefüge ein, und Holt himself erweist sich abermals als einer der begnadetsten Riffschreiber dieses Planeten. Der Acht-Minuten-Brecher ´Deathamphetamine´ gehört mit einer begnadet typischen EXODUS-Hookline und jeder Menge Tempowechsel ebenso zu den Highlights des Albums wie das sich sofort in die Gehörgänge fräsende ´Karma´s Messenger´ oder der extrem coole Midtempo-Groover ´Shudder To Think´. Und ´44 Magnum Opus´ und der brachiale Titelsong gehören zu den schnellsten EXODUS-Songs aller Zeiten. EXODUS sind noch lange nicht am Ende und beweisen mit „Shovel Headed Kill Machine“ erneut, dass sie zu den besten und eigenständigsten Thrash-Bands aller Zeiten gehören - auch wenn man sich zunächst daran gewöhnen muss, ohne Baloff oder Souza auszukommen.

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