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REVIEW 9.0 28.08.2013

(Album des Monats, RH 316, 2013)

CARCASS - Surgical Steel

Nuclear Blast/Warner (47:07) 18 Jahre nach seinem Ableben pulsiert im Kadaver der legendären Medizin-Grinder neues Leben. „Surgical Steel“ protzt mit Killersongs, fettem Sound und steckt vom Intro bis zur Judas-Priest-Verneigung in Albumtitel und Artwork voll liebenswerter Details. Hier gibt´s rasante Gelenksprenger (´Cadaver Pouch Conveyor System´), groovende Knochensägen (´A Congealed Clot Of Blood´), traditionell Unaussprechliches (´None Compilance To ASTM F899-12 Standard´), Erbarmungsloses (´Captive Bolt Pistol´) und Überlebensgroßes wie den Achtminüter ´Mount Of Execution´. „Surgical Steel“ enthält die Essenz der Klassiker „Heartwork“ und „Necroticism“ mit einer Prise „Swansong“-Rock und „Symphonies Of Sickness“-Chaos und zeigt auch, dass die Lorbeeren für den CARCASS-Sound vor allem Bill Steer und nicht allein (dem hier gar nicht aufspielenden) Michael Amott gebühren. Der Genuss dieses mit der makellosen Eleganz alter Handwerkstradition strahlenden Albums führt zur nostalgiefreien Erkenntnis, dass CARCASS nichts von ihrer Relevanz eingebüßt haben. Der Titel für das Comeback des Jahres wird ihnen von niemandem mehr zu nehmen sein. DISKOGRAFIE Flesh Ripping Sonic Torment (Demo) (1987) Reek Of Putrefaction (1988) Symphonies Of Sickness (1989) The Peel Sessions EP (1989) Necroticism - Descanting The Insalubrious (1991) Tools Of The Trade EP (1992) The Heartwork EP (1993) Heartwork (1993) Swansong (1996) Wake Up And Smell The... Carcass - Best Of (1996) Choice Cuts - Compilation (2004) Surgical Steel (2013) Zochrot - Flexi 7" (2013) LINE-UP Jeff Walker (b., v.) Bill Steer (g.) Daniel Wilding (dr.) Ben Arch (g.) DIE PATEN Dieses Album könnte euch gefallen, wenn ihr auf eine (oder mehrere) der folgenden Bands steht: Bolt Thrower * At The Gates * Morbid Angel * Edge Of Sanity * Napalm Death * Death * Aborted * Cannibal Corpse * Deicide * Dying Fetus * Gorefest * Impetigo * Haemorrhage * Goreguts * General Surgery * Firebird

REVIEW 21.11.1996

(Album, RH 115, 1996)

CARCASS - Wake Up And Smell The... Carcass

Als 1988 das CARCASS-Debüt "Reek Of Putrefaction" erschien, lösten die Briten weniger durch ihre extreme Musik, sondern vielmehr durch ihre sehr geschmackvollen Leichenschmaus-Texte und das Splatter-Cover wahre Entrüstungsstürme bei Moralaposteln und Sittenwächtern aus, die in einem überfallartigen Einbruch in das Nottinghamer Office von Earache gipfelten. Leider hat die Band inzwischen (nach so genialen Alben wie "Necroticism..." (für viele immer noch das Beste, was Jeff Walker, Bill Steer und Co. je verzapften) und "Heartwork" das Zeitliche gesegnet. Als Schlußpunkt der langen Karriere kommt jetzt nach dem Release der letzten offiziellen Langrille "Swansong" noch eine Compilation in die Shops, die schon vor ihrem Erscheinen für Ärger in unseren Landen sorgte. Der Stein des Anstoßes ist wieder einmal das Coverartwork. Diesmal verwendeten CARCASS ein CIA-Foto vom Schädel des ermordeten J.F. Kennedy, das Motiv wurde natürlich umgehend verboten. Na fein! Trotzdem dürfte die CD für alle CARCASS-Fans interessant sein, denn sie enthält bisher unveröffentlichte Stücke aus dem "Swansong"-Fundus, diverse B-Seiten- und Sampler-Songs sowie Radio-Aufnahmen, die den Peel-Sessions von Napalm Death und Bolt Thrower ähneln. Während der über 75minütigen Spielzeit des Silberlings kann man den musikalischen Werdegang CARCASS' von der Grindcore-Kloppertruppe der späten Achtziger zur fast schon kommerziellen Metal-Combo nachvollziehen, ohne dabei nur Altbekanntes hören zu müssen. Empfehlenswert.

REVIEW 8.5 22.11.1991

(Dynamit, RH 56, 1991)

CARCASS - Necroticism: Descanting The Insalubrious

Auch wenn es CARCASS nicht wahrhaben wollen: Ihre Grindcore-Roots haben sie mit "Necroticism..." weitestgehend verlassen, um sich stärker als in der Vergangenheit dem Death Metal zuzuwenden. Wenn die Jungs behaupten, sie seien nach wie vor nicht mit anderen Bands des Genres wie beispielsweise Death zu vergleichen, haben sie trotzdem recht - denn das, was CARCASS hier vom Stapel lassen, ist originell im höchsten Maße. Zwar beherrscht die Band ihre Instrumente heutzutage besser als die meisten ihrer Konkurrenten, und alle Songs sind überraschend sauber gespielt, aber die Atmosphäre, die dabei erzeugt wird, ist eine ganz andere als bei Morbid Angel, Pestilence oder Konsorten. Keine schrägen Klischee-Riffs, keine Napalm Death-Vocals und keine DM-typischen Arrangements nach dem Muster schleppender Anfang/Knüppelpassage/langsamer Mittelteil/Chaos. Das Material der neuen CARCASS-Scheibe ist viel abwechslungsreicher, enthält sogar außergewöhnlich melodische Parts und ist dennoch krankhafter als vieles, was man sonst zu hören bekommt. Enttäuscht werden lediglich diejenigen sein, die ultraderbes Grindcore-Geknüppel erwarten, denn das fehlt auf "Necroticism..." fast gänzlich. Dafür überraschen CARCASS mit technisch anspruchsvollen, durchdachten Songs, die gerade durch das gezieltere Einsetzen der Instrumente an Brutalität gewinnen. Mir persönlich war Songwriting schon immer lieber als sinnloses Chaos. Deshalb 8,5 Punkte mit Tendenz nach oben.

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