Suche

Durch das Setzen eines Bandnamens in Anführungszeichen sind detailliertere Ergebnisse möglich.

REVIEW 7.5 26.03.2014

(Album, RH 323, 2014)

MASSACRE - Back From Beyond

Century Media/Universal (45:33) Reden wir nicht um den heißen Brei herum: „From Beyond“, der einzige wirkliche Longplayer von MASSACRE (die ´96 erschienene „Promise“-Scheibe sollte man nicht allzu ernst nehmen) ist Legende und wird auf immer und ewig unerreicht bleiben. Das Feeling und der Spirit von Songs, die zum Großteil vor fast 30 Jahren geschrieben wurden, in einer Pionierzeit, in der Death Metal quasi noch jungfräulich war, dies alles lässt sich nicht reproduzieren. Auch wenn man es ganz hart versucht und es absolut ehrlich meint. „Back From Beyond“ ist also ein Albumtitel, der Erwartungen schürt, die MASSACRE schlichtweg nicht erfüllen können. Andererseits ist „Back From Beyond“ beileibe keine schlechte Platte. Es mag wie ein Sakrileg erscheinen, dass hier jemand anderes als Kam Lee hinter dem Mikro steht - aber Ed Webb macht seinen Job wirklich hervorragend, hat Charakter und Ausdruck in seinem Organ. Rick Rozz hat dazu einige famose Old-School-Riffs aus dem Hut gezaubert. Bei Krachern wie ´As We Wait To Die´, ´Ascension Of The Deceased´, ´Succumb To Rapture´ oder ´Honor The Fallen´ fühlt man sich tatsächlich in eine Zeitmaschine versetzt. Nummern wie ´Hunter´s Blood´, ´Remnants Of Hatred´ oder ´Beast With Vengeance´ sind indes meiner Ansicht nach viel zu nahe am Groove-Death-Metal von Six Feet Under. Ein weiterer Kritikpunkt sind die Drums: Bill Andrews war einer der minimalistischsten Schlagzeuger, die ich je erlebt habe, und passte somit perfekt zu den supersimplen Songs von MASSACRE. Sein Nachfolger Mikey Mazzonetto ist ihm zwar technisch deutlich überlegen, aber er packt für meinen Geschmack viel zu viel Schnickschnack in die Tracks. MASSACRE-Lieder muss man einfach reduzierter spielen. Verstehen wir uns nicht falsch: „Back From Beyond“ ist gut, und eventuell bin ich hier etwas zu streng. Möglich, dass ich mehr Punkte gezückt hätte, wenn dieses Album von einer anderen, unbekannten Band gekommen wäre. Aber wenn man das Ding schon „Back From Beyond“ nennt, dann muss auch mehr „From Beyond“ drin sein.

REVIEW 5.0 26.03.2014

(Album, RH 323, 2014)

ASTRA - Broken Balance

PLUS-MINUS Scarlet/Soulfood (54:18) Ein Satz mit X, das war wohl nix. Habe ich doch tatsächlich gedacht, mich für ein Review der bei Rise Above unter Vertrag stehenden Astra entschieden zu haben, um beim ersten Durchlauf feststellen zu dürfen, dass ich richtig ins Klo gegriffen habe. Die ASTRA, die „Broken Balance“ verzapft haben, haben stilistisch nämlich rein gar nichts mit dem von mir Erwarteten gemeinsam, sondern gniedeln Progressive Metal mit wirren Keyboard-Arrangements, haben einen Sänger, der wegen seiner Stimmlage auch als Sängerin durchgehen könnte, und berufen sich wegen einiger halbwegs gelungener Vocal-Harmonies auf die Gottväter Queen. Für so was wurden Plusminus-Kritiken erfunden. Herr Albrecht, übernehmen sie! Thomas Kupfer 5 Der Vergleich mit Queen ist natürlich Quatsch, auch wenn es auf „Broken Balance“ durchaus einige fein arrangierte Chorpassagen gibt und man sich speziell bei ´Break Me Down´ von Freddie Mercury und seinen Mannen hat leiten lassen. An einem Namen kommt man aber kaum vorbei, wenn man eine Scheibe von ASTRA bespricht, und zwar Dream Theater. Was nicht nur an den Songs, sondern auch an der Stimme von Neu-Sänger Andrea Casali liegt, die eine gewisse Nähe zu James LaBrie hat, während sein Vorgänger mehr nach Jorn Lande klang. Der Kern von ASTRA war einst eine Dream-Theater-Coverband, und diese Wurzeln können die Italiener nicht so einfach abstreifen, auch wenn sie auf dem besten Weg sind, sich eine eigene Identität zu erarbeiten. ASTRA sind trotz aller Komplexität eingängiger als ihre Vorbilder - und das nicht nur, wenn sie sich in ruhigere, fast balladeske Bereiche wie bei ´Mirror Of Your Soul´ bewegen. Eine gesunde Portion Melodic Rock hat sich bei Nummern wie ´Hole In The Silence´ oder ´Ending Silence´ eingeschlichen, und die harmoniert sehr gut mit den originellen Keyboards von Emanuele Casali, der sich einmal mehr rasante Soloduelle mit Gitarrist Silvio liefert. Auch bemerkenswert: ´Understand´, das wie eine Mischung aus Disturbed, Queen und Thrash Metal klingt. „Broken Balance“ ist definitiv keine Stangenware, sondern ziemlich einfallsreich und dürfte Leute begeistern, die neben Dream Theater auch auf Acts wie Wuthering Heights oder DGM abfahren. Frank Albrecht 8

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos