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REVIEW 8.0 20.11.2019, 08:00

(Album des Monats, RH 391, 2019)

AVATARIUM - The Fire I Long For

Der von manchen prognostizierte Durchbruch auf großer Ebene dürfte den SchwedInnen verwehrt bleiben - was nicht negativ sein muss, wenn man das kometenhafte Verglühen von Bands wie Blues Pills betrachtet. AVATARIUM hingegen lodern beständig und glühen mit fortschreitendem Karriereverlauf zunehmend heller. „The Fire I Long For“ verbreitet im Dunkel ihres Band-Kosmos wohlige Wärme und leuchtet dabei zwei Tendenzen aus: Bandgründer Leif Edling hat seinem Werk nicht mehr viel hinzuzufügen und bewegt sich innerhalb seiner Komfortzone keinen Zentimeter mehr. Weitaus mutiger sind hingegen Gitarrist und Produzent Marcus Jidell und Sängerin Jennie-Ann Smith: Ihre Songs brechen die gewohnten Schemata bewusst auf, sind tiefschürfender, emotionaler und schlichtweg besser. Vor allem ´Lay Me Down´ geht weit über das hinaus, was man gemeinhin unter „Doom Metal“ versteht (insbesondere dem Doom Metal der Candlemass-Prägung) und taucht stattdessen in eine unterschwellige Americana-Finsternis hinab. Nein, dieses Feuer ist offensichtlich noch nicht verglimmt. DISKOGRAFIE Moonhorse (EP, 2013) Avatarium (2013) All I Want (EP, 2014) The Girl With The Raven Mask (2015) Hurricanes And Halos (2017) The Fire I Long For (2019) LINE-UP Jennie-Ann Smith (v.) Marcus Jidell (g.) Mats Rydström (b.) Rickard Nilsson (keys) Lars Sköld (dr.) Wer auf folgende Bands steht, wird auch an „The Fire I Long For“ seine Freude haben: Candlemass * Black Sabbath * Tiamat * Amorphis * Ghost * Year Of The Goat * Opeth * Enslaved * Sólstafir * Jex Thoth * Uncle Acid & The Deadbeats * Universe217 * The Doomsday Kingdom * Krux * Uriah Heep * Evergrey * Lake Of Tears * Mount Salem * A Pale Horse Named Death * The Devil´s Blood

REVIEW 9.0 24.05.2017

(Dynamit, RH 361, 2017)

AVATARIUM - Hurricanes And Halos

Der The-Devil´s-Blood-Groove von ´The Starless Sleep´ ist genauso irreführend wie der an Jon Bon Jovis Solo-Schlüpferstürmer ´Blaze Of Glory´ erinnernde Unterbau von ´Road To Jerusalem´, denn AVATARIUM, deren 2015er Album „The Girl With The Raven Mask“ alles Vergleichbare in der Pfeife geraucht hat, geben sich weder so nihilistisch und dunkel wie die umstrittenen HolländerInnen, noch muten ihre Kompositionen in irgendeiner Form gewollt eingängig an. Stattdessen bauen die Schweden und ihre erneut ausschließlich Bewunderung hervorrufende Frontfrau Jennie-Ann Smith auf ihrem Doom-Fundament, das Hintergrund-Hauptkomponist Leif Edling (u.a. Candlemass) zu verantworten hat, einen wankelresistenten Turm aus Classic Rock und -Metal sowie ein wenig Prog und Psych dermaßen hingebungsvoll in den Himmel, dass sämtliche Wolken von selbst Reißaus nehmen. Im Gegensatz zu den letzten beiden ersten Singleauskopplungen (und Openern) ´All I Want´ und ´The Girl With The Raven Mask´ finde ich ´Into The Fire/Into The Storm´, das indes zu Smiths Lieblingstracks gehört, ein wenig unauffällig, viel deutlicher an der Grenze komponiert wurden diesmal neben der lupenreinen Uriah-Heep-Verbeugung ´The Sky At The Bottom Of The Sea´ und dem Sabbath-´76-Riffer ´A Kiss (From The End Of The World)´ vor allem das neunminütige, inflationär abwechslungsreiche ´Medusa Child´, dessen wunderbare Kinderstimmen keineswegs aufgesetzt „diabolisch“ wirken, sondern eher so, als kämen sie z.B. bei Savatage zum Einsatz, sowie die extrem reduzierte Downtempo-Ballade ´When Breath Turns To Air´, ein Lied, das klingt, als würden Universe217 zusammen mit Norah Jones ´ne alte Procol-Harum-Nummer covern. Läuft immer noch bei euch, AVATARIUM!

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