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REVIEW 8.0 19.01.2011

(Album, RH 285, 2011)

AMPLIFIER - The Octopus

AmpCorp (120:42) Völlig losgelöst von Plattenfirmenzwängen starten AMPLIFIER auf dem selbstfinanzierten und u.a. über amplifiertheband.com vertriebenen „The Octopus“ zu ihrer bislang ambitioniertesten Sternenreise. War das selbstbetitelte Debüt ein kompakter Ohrwurm-Trip zum Mond und der Nachfolger „Insider“ ein etwas anstrengender Arbeitsausflug zum Mars, so führt Album Nummer drei das englisch-walisisch-irische Trio weit über den Neptun und die Ränder unseres Sonnensystems hinaus bis in ferne Galaxien, wo man als Mitreisender wie ein kleines Kind vor lauter Farbenpracht den Mund kaum zubekommt und in einem überaus PS-starken Raumcruiser von einem Sinnenwunder zum nächsten donnert. Die Stoner-Rock-Einfärbung der letzten Trips wurde ein wenig zurückgenommen, stattdessen entfalten uralter Progrock, düstere Postrock-Alpträume und erhabene Porcupine-Tree-Grooves in überlangen Tracks eine überraschend breit gefächerte, grenzenlos anmutende Magie. Manches ist kauzig und sperrig und erfordert eine ähnlich lange Akklimatisierungsphase wie der Thrice-Vierteiler „The Alchemy Index“, hinter jedem noch so undurchdringlichen Schwarzen Loch verbergen sich bei genauerem Hinsehen jedoch faszinierende Sternenformationen, und beim bombastischen Überhit ´Minion´s Song´ sowie dem alles mit sich reißenden zehnminütigen ´Interstellar´ zündet schon im ersten Anlauf der Hyperraum-Booster. Wer´s noch intensiver möchte, holt sich die auf 500 Exemplare limitierte „The Octopus“-Special-Edition mit 70-seitigem Begleitbuch.

REVIEW 8.5 24.03.2004

(Dynamit, RH 203, 2004)

AMPLIFIER - Amplifier

(63:05) Es zeugt von Mut und Integrität, in der heutigen Zeit eine Gruppe wie AMPLIFIER unter Vertrag zu nehmen. Gerade in Großbritannien, wo musikalische Trends noch exzessiver erzeugt und ausgeschlachtet werden als im restlichen Europa. Umso tiefer ziehe ich den Hut vor der Combo aus Manchester, deren gleichnamiges, von Steve Lyon (The Cure, Depeche Mode) und Chris Sheldon (Therapy?, Foo Fighters) ungemein erdig produziertes bzw. abgemischtes Debüt für die breite Masse so interessant sein dürfte wie die letzte Hammerfall für den Kollegen Mühlmann. Ohne den verführerischen Spießgesellen Zeitgeist auch nur eines Blickes zu würdigen, nimmt einen das Trio mit auf eine traumhaft schöne Reise durch mehr als 30 Jahre Rockgeschichte, die 1970 mit dem selbstbetitelten Black-Sabbath-Erstling ihren Anfang nahm und erst beim letzten Tool-Opus „Lateralus“ endete. Da AMPLIFIER das Tempo nur geringfügig variieren - die Jungs bevorzugen getragene, sparsam instrumentierte Klänge - und wie Maynard Keenan & Co. Songs nicht nach Schema F - also Strophe/Bridge/Refrain - komponieren, muss man einiges an Geduld aufbringen, bevor sich einem die psychedelisch angehauchten Rocksongs der Engländer erschließen. Wahre Kunst ist eben eigensinnig. Aber keine Angst: Selbst wenn Sel Balamir (v./g.) and friends großen Wert auf Authentizität und Improvisationstalent legen, ist „Amplifier“ keine nervige Endlos-Jam, sondern ein unter die Haut gehendes Manifest durch und durch zeitloser Mucke. Dafür sind das mit gut vier Minuten Spielzeit verhältnismäßig kurze ´Neon´ und die zum Schluss beinahe heroische Ballade ´UFOs´ nur zwei von zehn schlagenden Beweisen.

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