Das Rock Hard lebt und wird weiterleben! Ein wichtiger Schritt ist dank euch getan: In der ersten Woche nach unserem Aufruf haben wir bereits 40.000 Euro Umsatz über neue Abonnements, Shop-Einkäufe und direkte Spenden erzielt. Wow! Für diesen großartigen Support danken wir euch aus tiefstem Metal Heart!
Jetzt, da wir kurz durchatmen können, wollen wir euch die genauen Hintergründe erläutern. Wir hätten das gleich tun sollen, haben es in der Hitze des Gefechts aber versäumt. Das tut uns aufrichtig leid!
Der finanzielle Bedarf ist keine Krise des Magazins an sich. Im Jahr 2025 konnten wir grob eine schwarze Null verbuchen - ein Erfolg in diesen Zeiten. Denn die Musikpresse und der gesamte Zeitschriftenbereich kämpfen seit Jahren mit einer strukturellen Krise: Werbegelder wandern zu Big Tech ins Internet ab, die Papierpreise sind exorbitant gestiegen, immer weniger Kioske verkaufen überhaupt Zeitschriften etc. Darüber hinaus muss immer wieder in die Zukunft investiert werden, um mit der sich rasant verändernden Medienlandschaft Schritt zu halten.
Doch die jüngst extrem gestiegenen Kosten durch die allgemeine wirtschaftliche Krisenlage in Deutschland und die aktuellen geopolitischen Verwerfungen (z.B. Iran-Krieg) haben noch mal einen draufgesetzt. Das Festival im Mai konnte den sich abzeichnenden Engpass diesmal leider nicht ausgleichen.
Wir mussten also mit Ausgabe 470 den Preis anziehen - und mit Heft 471 den Umfang reduzieren. Beides Notaktionen. Was uns hierbei ganz wichtig ist: Dass wir abspecken müssen, konnten wir zum Zeitpunkt der ersten Preiserhöhung noch nicht absehen. Wir verstehen, dass die Botschaft „Mehr Geld für weniger Inhalt“ schwierig ist. Geplant war das so nicht.
Was wir ebenfalls betonen wollen: Ja, Seiten sind weggefallen. Aber die waren in der Vergangenheit oft mit Anzeigen gefüllt - auch dieser Markt ist stark eingebrochen, für alle Wettbewerber. Dass wir weniger Seiten bedrucken, bedeutet also nicht, dass ihr viel weniger bekommt. Es sind ja nur einige wenige Inhalte in Richtung Online abgewandert - und auch über diese werden wir noch mal diskutieren. Stichwort: Festival-Berichterstattung, die wir direkt nach dem Ausstöpseln der Gitarrenamps digital veröffentlichen.
Und falls sich die Lage bessern sollte, werden wir auch überlegen, ob wir (z.B. saisonal oder mit Specials) wieder zulegen können. Die Umfänge von Rock Hard haben (abhängig vom Anzeigenvolumen) schon immer variiert.
Und selbstverständlich haben wir auch Fehler gemacht, z.B. im IT-Bereich, bei der überfälligen Digitalisierung des Unternehmens und App-Entwicklung. Da haben wir stellenweise Lehrgeld gezahlt. Trotzdem sind die Modernisierung der Firma und die Öffnung unseres mehr als 40 Jahre umfassenden Archivs wichtige Bausteine für die Zukunft von Rock Hard. Wir arbeiten weiterhin hart daran, unser Digitalangebot (auch technisch) zu verbessern und somit ein individuell nutzbares Angebot für alle Fans zu schaffen.
Wir haben mit den 40.000 Euro Umsatz einen ersten, tollen Meilenstein erreicht. Insgesamt müssen wir Verbindlichkeiten in niedriger sechsstelliger Höhe bedienen - im Jahr 2027 über mehrere Raten. Es handelt sich um Kosten, die uns ein langjähriger Geschäftspartner gestundet hat (vielen Dank dafür, Leute!), sowie den langfristigen, zinsgünstigen KfW-Kredit für die Digitalisierung der Firma. Das sollte zu schaffen sein.
Um etwaige kommende Schocks besser abfedern zu können, wünschen wir uns natürlich auch ein Polster. Deswegen peilen wir an, über 100.000 Euro Unterstützung einzusammeln. Das klingt nach viel, entspricht aber langfristig z.B. 1.000 verkauften Abos oder 1 Euro Spende pro Homepage-User.
Jeder zusätzlich eingenommene Euro dient uns als Puffer, um auf kurzfristige Unwägbarkeiten reagieren zu können oder spürbare Verbesserungen in Berichterstattung und Service zu erreichen.
Wir haben uns in der aktuellen Notlage dafür entschieden, die Aktion über ein eigenes Konto abzuwickeln, da die einschlägigen Portale für Fundraising gebührenpflichtig sind. Bei den angepeilten 100.000 Euro hätten hier Kosten von bis zu 20.000 Euro entstehen können. Wir denken, euer Geld ist derzeit anders besser angelegt.
Unser Aufruf hat eine Welle von Beiträgen ausgelöst, auf allen möglichen Kanälen. Wir haben die zahlreichen Kommentare und Diskussionen in unserem Forum, in weiteren Foren der Szene sowie auf unseren Social-Media-Kanälen aufmerksam verfolgt und sind auch vor Ort auf Konzerten mit euch ins Gespräch gegangen.
Wir nehmen eure vielfältigen Rückmeldungen - und die Kritik! - als Inspiration und Ansporn, um unser journalistisches Profil in Print und Online zu schärfen. Das versprechen wir euch!
In den kommenden Monaten werden wir euch diverse konkrete Ideen vorstellen und zur Diskussion stellen. Und wir wollen mit euch das Gespräch führen und auch im Gespräch bleiben.
Zum Festival haben wir hoffentlich sehr bald Neuigkeiten!
Als nächsten Schritt haben wir im Rock-Hard-Forum einen eigenen Thread unter dem Stichwort „Mein Rock Hard“ eingerichtet. Bombardiert uns dort (oder auf einem anderen Kanal eurer Wahl) mit euren Ideen, Wünschen und konkreten Fragen.
Wir lesen mit und antworten euch dort. Unsere Aktion hatte einen tollen Start! Danke für euer Engagement. Ihr seid die Szene, ihr seid Rock Hard! Rock Hard writes on - danke, dass ihr dabei an unserer Seite steht.
Holger Stratmann, Redaktion & freie Mitarbeiter des Rock Hard