Review

Reviews 5.5

WHITESNAKE

Forevermore

Ausgabe: RH 287

PLUSMINUS:

Frontiers/Soulfood (64:03)

Um es vorwegzunehmen: „Forevermore" ist die perfekt vertonte Durchschnittlichkeit und ein sehr gutes Beispiel für den verpassten Karriereabschied zum richtigen Zeitpunkt. Dass man sich eine Platte schönhören kann, kennt jeder, aber umgekehrt geht´s auch.
Erster Durchlauf: Puh, ganz schön kalkuliert und ohne glaubwürdigen Biss. Anscheinend ist die komplette Haftcreme für Coverdales Dritte bei der Fotosession draufgegangen. Soll ja auch was haben, so ein von Lederfurchen umrahmtes Xenongrinsen, wurde mir mal gesagt.
Zweiter Durchlauf: Apropos, wo ist eigentlich der Blues, über den Kollegin Rönnebeck in ihrem Studioreport unserer letzten Ausgabe referierte? Verdammt, irgendwo hier zwischen dem seelenlosen Spiel der Herren Beach und Aldrich und ihrem künstlich auf Schmackes getrimmten Billigsound muss er doch sein...
Dritter Durchlauf: Mal schauen, ob Howard Carpendale für ´One Of These Days´ Songcredits bekommen hat...
Vierter Durchlauf: „I want some love, I want it now... I gave you all the love I had to give... Love and treat me right... Love will set you free, you can trust in me... My love is guaranteed... Tell me how can I win your love... I´m on fire, you got my love burnin´ higher and higher..." Boah, Alter, halt doch einfach die Fresse!

Andreas Himmelstein 
5,5

Um es vorwegzunehmen: „Forevermore" ist sicher nicht das beste WHITESNAKE-Album, und es kann durchaus sein, dass man sich diese Platte schönhören kann. Man kann es aber natürlich auch so wie Kollege Himmelstein machen und sich „Forevermore" auf Teufel komm raus schlechthören. Stellt sich nur die Frage, wie ernst so eine Kritik zu nehmen ist.
Einer Legende wie WHITESNAKE den Blues abzusprechen, kalkuliertes Songwriting und stumpfe Texte vorzuwerfen sowie Reb Beach und Doug Aldrich als seelenlose Gitarristen abzustempeln, sorgt jedenfalls für maßlose Erheiterung. Das Rezept, nach dem WHITESNAKE ihre Alben stricken, ist doch seit Jahrzehnten bekannt und bei der einen Scheibe mal mehr, bei der anderen mal weniger gelungen. Nichts anderes tut im Übrigen eine gewisse australische AC/DC-Coverband, die vermutlich mehr Blues als WHITESNAKE hat, sicherlich auch viel unkalkulierter klingt und mit wesentlich abwechslungsreicheren Texten arbeitet. Soll ja auch was haben, wurde mir mal gesagt. Wo also liegt das eigentliche Problem, das zu lächerlichen 5,5 Punkten für eine gute Platte führt? Neidisch auf die sexy Lederfurchen? Oder auf Coverdales teure Dritten? Wäre es nicht so lustig, wäre man versucht zu sagen: Himmelstein, einfach mal die Fresse halten!

Jenny Rönnebeck
8

Autor:
Jenny Rönnebeck
Andreas Himmelstein
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