Review

Reviews 7.5

VICTORY

Culture Killed The Native

Ausgabe: RH 31

Das Statement diverser Redakteure ("Mach du die mal, ich kenn die alten Scheiben von denen nicht so genau!") dürfte wohl bezeichnend für die Situation sein, in der VICTORY sich befinden. Trotz einiger guter Platten ist die Band das, was man eine "graue Maus" nennt. Das Interesse der Fans zu erwecken, wird daher wohl besonders schwer sein, und wenn man sich nicht bald etwas einfallen läßt, wird sich am derzeitigen Status quo nicht viel ändern. Die entscheidende Neuerung gegenüber den letzten Jahren ist bekanntlich der spanische, zuvor in der Schweiz lebende Sänger Fernando Garcia, der Charlie Huhn ersetzt. Ein Glücksgriff, denn der Neuling überzeugt mit seiner rauhen, charakteristischen Stimme, auch wenn mir Huhn ein Quentchen besser gefiel. Rein musikalisch hat sich gegenüber dem Vorgänger "Hungry Hearts" wenig geändert: VICTORY setzen nach wie vor auf frischen, eingängigen Hardrock á la Ratt ('More And More') oder Dokken ('Let It Rock On'), den man absolut professionell darbietet. VICTORY sind - soviel dürfte bekannt sein - alles andere als Grünschnäbel im Musikgeschäft, und dementsprechend sicher ist die Band bei ihren Kompositionen. Hierbei weiß vor allem die erste Seite zu gefallen, währenddessen man auf Seite zwei für meinen Geschmack etwas abbaut. Songs wie 'On The Loose', 'Let It Rock On' oder 'So They Run' fehlt der rechte Kick nach vorne. Zum Glück fangen sich VICTORY zum Schluß wieder, und 'Standing On The Edge' und 'The Warning' schließen ein wiederum insgesamt gutes Album ab, das aber einfach nicht außergewöhnlich genug ist, um in die oberen Notenränge vorzudringen. (7,5)

Autor:
Holger Stratmann
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