Review

Reviews 7.0

VICIOUS RUMORS

Sadistic Symphony

Ausgabe: RH 165

(52:20) Nach mehreren mittelprächtigen bis schlechten Scheiben - vor allem die beiden letzten Langeisen "Something Burning" und "Cyberchrist" waren herbe Tritte ins Gemächt eines jeden Power-Metallers - hätte ich keinen Pfifferling mehr auf die ehemalige Kulttruppe von der Bay Area gesetzt. Andererseits leben Totgesagte bekanntlich länger, wofür die neue VICIOUS RUMORS der lebendige Beweis ist. Auch wenn die Klassiker der Combo, "Soldiers Of The Night" ('85), "Digital Dictator" ('88) und "Vicious Rumors" ('90), unerreicht bleiben, ist "Sadistic Symphony" sicher das beste Album der Band um Geoff Thorpe (g.) seit dem '92er Album "Welcome To The Ball". Leider spottet der Sound auf der zehnten Veröffentlichung des Fünfers - getreu der Devise "Sadismus mal ganz anders" - jeder Beschreibung. Dabei wurde das Album sogar zweimal abgemischt, weil schon der erste Mix allenfalls Demoformat erreichte. Viel gebracht hat das nicht. Die Scheibe dröhnt immer noch dermaßen saft- und kraftlos durch die Speaker, dass sich Geoff als Produzent dieses Desasters im Grunde genommen selber rauswerfen müsste. Dies ist umso ärgerlicher, weil die Formation nach mehreren Fehlgriffen mit Frontmann Morgan Thorne endlich wieder einen fähigen Sänger in ihren Reihen hat, dessen kraftvolle Metalröhre ein wenig an Ex-Iron Maiden-Shouter Paul Di'Anno erinnert. Aber auch in puncto Songwriting zeigen sich VICIOUS RUMORS geläutert und können zumindest phasenweise an glorreiche Zeiten anknüpfen. Dies dokumentieren Tracks wie die knapp achtminütige Hymne 'Blacklight', der abwechslungsreiche Opener 'Break', die nicht ganz alltägliche Ballade 'Cerebral Sea' oder flotte, an alte VR-Gassenhauer angelehnte Stücke der Sorte 'Puritan Demons', 'Elevator To Hell' und 'Liquefy'. Ob das bereits ausreicht, um verloren gegangenen Boden zurückzugewinnen, wage ich zu bezweifeln. Mit dem überaus fragwürdigen Umstand "gute Songs, schlechter Sound" sind schon ganz andere Acts auf die Schnauze gefallen.

Autor:
Buffo Schnädelbach
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