Review

Reviews 8.0

VARG

Wolfszeit

Ausgabe: RH 244

(45:17)

Runenquatsch mit Kleinhirnmatsch? Könnte man meinen, wenn man sich durch das Booklet und pathetische Heidenjugendpropaganda wie „Wir streiten für das, wofür unsere Väter einst ehrvoll ihr Leben ließen!“ kämpft. Ob damit die Ostfront gemeint ist oder doch eher der Tod durch schmerzhafte Zahnfäule, weil sich die Väter unserer Väter unserer Väter ihre oralen Steinbrüche morgens nicht mit Aronal und abends nicht mit Elmex putzen konnten, sei mal dahingestellt. Jedenfalls hatte ich nicht wenig Lust, diesen Pfadfinderpaganismus in Stücke zu zerfetzen.

Aber wider Erwarten - Überraschung! - erweisen sich die Wolfsheuler als mitreißende, technische versierte und vor allem songschreiberisch patente Experten. „Wolfszeit“ fesselt, setzt Kräfte frei, weckt Emotionen, stiftet Aufruhr. Es lodert aggressives Feuer, schmieriger Pathos gerät zur unscheinbaren Nebensache, die Truppe schmiedet Stahl statt Plastik. Pagan-Metal, wie er sein sollte, wie es nur ganz wenige deutsche Bands hinbekommen.

Seit Jahren reagiere ich auf die prä-christliche Trinkhornvariante des Heavy Metal eher allergisch, weil geistige und musikalische Inkontinenz zur Regel geworden sind. VARG allerdings haben das Zeug, für einen neuen Qualitätsstandard zu sorgen. Hoffentlich sind sie sich auch kopfmäßig dieser Verantwortung bewusst.

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann

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